Spuk

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Donnerstag, 22. Oktober 2015

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Welchen Beitrag können Spukphänomene zur Überlebens- und Reinkarnationsforschung leisten?

Meine Antwort in Kürze:

  • Es existieren so viele und gut bezeugte Spukfälle, dass man nicht daran zweifeln muss, dass es das Phänomen mit seinen vielfältigen Ausformungen tatsächlich gibt. Spukfälle sind auch nicht so selten, wie man denkt. Eine Umfrage in Deutschland ergab im Jahr 2008, dass 12% der Befragten glaubten, schon einmal Spuk erlebt zu haben (Schmied-Knittel 2008).
  • In Spukfällen wird wenig verbal kommuniziert. Daher ist deren Ursache besonders schwierig herauszufinden. Es gibt keine überzeugende natürliche Erklärung, so dass es sich mehrheitlich um paranormale Ereignisse handeln dürfte. Ob diese animistisch erklärt werden können, d. h. auf die Wirkung der Psyche lebender Menschen zurückgeführt werden können oder eher spiritistisch, also auf das Wirken Verstorbener oder jenseitiger Wesen, lässt sich nicht endgültig entscheiden. Vermutlich gibt es beide Formen.
  • Es gibt Beispiele, die eine spiritistische Deutung nahe legen, weil diese weniger kompliziert ausfällt als eine animistische.
  • Die spiritistische Auslegung bestätigt das Weiterleben nach dem Tod.
  • Es sind jedoch keine Beispiele bekannt, welche die Reinkarnation bestätigen.
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Spuk, was ist das?

Unter “Spuk” versteht man spontan auftretende physikalische Erscheinungen (mechanischer, elektrischer, thermischer, akustischer und photochemischer Art), die mit den bekannten Gesetzmäßigkeiten nicht erklärbar sind. Sie können auch länger als 1 Jahr anhalten (24% unter 500 Fällen nach Gauld 1979, S. 226)

Es gibt einen gut recherchierten Fall (William Stainton Moses nach F.W.H. Myers, dem Mitgründer der Society for Psychical Research, London), in dem 12 Arten unterschiedlicher Phänomene aufgetreten sind (Lier 2010, Kap. 5.3.5.2.9.3). Von den Untersuchern wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen, dass die Effekte auf Tricks und Betrug zurückgehen könnten.

  • Klopflaute, mit denen über einen Code Information übermittelt und auf Fragen geantwortet wurde.
  • Bewegung von Objekten (z. B. Buch, schwerer Tisch) ohne menschliche Einwirkung (Telekinese).
    • Die Bewegung musste nicht einer normalen Flugbahn folgen. Sie konnte auch wie von Menschenhand geführt wirken.
    • Der Gegenstand landete weich, wie von Menschenhand abgesetzt, ohne Schaden zu nehmen.
    • Intelligente Anordnung von Objekten (z. B. in Kreuzform).
  • Personen wurden von unsichtbarer Hand angehoben und schwebten in der Luft (Levitation) (7% unter 500 Fällen nach Gauld 1979, S. 226).
  • Gegenstände verschwanden auf mysteriöse Art und tauchten “aus dem Nichts” - auch durch Hindernisse hindurch - wieder auf (Apporte) (22% unter 500 Fällen nach Gauld 1979, S. 226).
  • Sie konnten aus sicher verschlossenen Räumen, Möbeln oder Gefäßen stammen.
  • Auf leeren (gekennzeichneten) Papierblättern, die offen sichtbar mitten auf dem Tisch oder in einem verschlossenen, leeren Zimmer lagen und von niemandem berührt wurden, tauchten plötzlich schriftliche Mitteilungen auf (direkte Schrift). Gelegentlich wurde eine “luminöse Hand” beim Schreiben gesehen (luminös = leuchtend).
  • Musikinstrumente, die sich im Raum befanden, aber nicht berührt wurden, gaben musikalische Töne von sich. In perfekter Form geschah dies, wenn sich die Person, um die sich der Spuk zu drehen schien (die “Fokusperson”), in tiefer Trance befand. Dies gilt auch für die folgenden Phänomene.
  • Musikalische Töne wurden von den anwesenden Zeugen auch dann gehört, wenn sich kein Instrument im Raum befand (direkte musikalische Töne). Der Klang kann sehr ungewöhnlich sein.
  • Wohlriechende Düfte erfüllten ohne erkennbare Ursache den Raum oder Duftstoffe (Parfüm) wurden verteilt.
  • Zahlreiche leuchtende Kugeln bewegten sich - von allen Anwesenden beobachtet - durch den Raum, wobei sie auch durch Materie (Tischplatte) drangen.
  • Objekte (z. B. Perlen) materialisierten sich (bildeten sich aus dem Nichts) und fielen von der Decke auf die Köpfe der Anwesenden und dann auf den Boden. Dabei sahen die Teilnehmer der Seance teilweise eine “luminöse Hand” und darunter ein rundes luminöses Objekt.
  • Hände (angeblich des Kommunikators) materialisierten sich zunächst in einem hellen Licht und die Finger bewegten sich. Ein Gewebe umgab das Licht und konnte fühlbar berührt werden. Der Vorgang wurde durch direkte Schrift erläutert. Als das Medium bei anderer Gelegenheit erkältet war, spürte es bei klarem Verstand die materialisierten Hände, die als heilende Hände (erfolgreich) wirkten.

Vergleichbare Phänomene sind auch bei anderen medial veranlagten Menschen beobachtet und untersucht worden - allerdings nicht alle 12 bei einer Person. Das berühmte physikalische Medium D.D. Home zeigte nur 10 der genannten 12 unglaublichen Vorkommnisse.

In den zahlreichen anderen Berichten über Spukfälle erfährt man von weiteren “Unmöglichkeiten”, insbesondere auch von gefährlichen und Schaden zufügenden Ereignissen, die gelegentlich einmal vorkommen und wie von einer bösartigen Intelligenz zu kommen scheinen. Es fällt auf, dass sich die Fallberichte über alle Länder bzw. Kulturkreise und Jahrhunderte hinweg ähneln.

  • Schritte, Schreie, quietschende Türangeln u.a.m. werden gehört, ohne dass sich ein Verursacher finden ließe (Poltergeistphänomen).
  • Uhren bleiben grundlos stehen und Bilder fallen von der Wand, ohne dass die Aufhängung beschädigt ist - oft in Verbindung mit dem kurz zuvor eingetretenen Tod einer nahestehenden Person.
  • Türen oder Fenster werden dabei beobachtet, wie sie sich von alleine öffnen und/oder schließen.
  • Das elektrische Licht oder andere elektrische Geräte (Radio, Fernseher, Fön, Rasenmäher usw.) schalten sich selbständig ein und - auch mehrfach hintereinander - ein- und wieder aus (6% in Fällen nach 1873 nach Gauld 1979, S. 226).
  • Glühbirnen und Neonröhren zerplatzen grundlos.
  • Metall verbiegt sich ohne sichtbaren Verursacher.
  • Das Telefon läutet unentwegt oder es werden Anrufe selbsttätig ausgelöst.
  • Die Bettdecke wird gewaltsam weggezogen, obwohl niemand in der Nähe ist.
  • Haushalts- und Gebrauchsgegenstände, Steine etc. werden - manchmal in ungewöhnlichen Flugbahnen - durch die Gegend geworfen und gehen zu Bruch oder zerstören getroffene Gegenstände. Die geworfenen Objekte fühlen sich manchmal warm an (warm 4% nach Gauld 1979, S. 226).
  • Kleider und Bettzeug werden von zumeist unsichtbarer Hand zerschnitten.
  • Feuer bricht grundlos aus.
  • Wasserlachen oder Überschwemmungen entstehen ohne nachvollziehbare Ursache.
  • Menschen werden gestoßen, gestochen oder gekratzt.

Laborversuche der Parapsychologie:

Die Parapsychologie bezeichnet Spukfälle als “wiederkehrende spontane Psychokinese“ (RSPK=Recurrent Spontaneous PK.). Eine ältere, allgemeinere  Bezeichnung ist “Telekinese” (Fernbewegung). Die Bezeichnung als Psychokinese drückt aus, dass davon ausgegangen wird, dass unerklärliche Bewegungen von der Psyche eines Lebenden bewirkt werden. In englischsprachiger Literatur findet sich die Bezeichnung “Poltergeist”.

Die Parapsychologie hat im Labor versucht, Psychokinese zu provozieren, indem der Einfluss des bewussten Willens eines Menschen als so genanntem  “Agenten” auf Zufallsprozesse (Zufallszahlengenerator) oder labile physikalische Systeme (Würfelfall, Eisbildung von Wasser) getestet wurde. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es wirklich psychokinetische Effekte gibt, die von lebenden Personen ausgehen, oder genauer, auszugehen scheinen. Die Effekte bleiben allerdings schwach. Oft sind sie nur statistisch bei großen Versuchszahlen nachweisbar (Mikro-PK). Drei Effekte wurden durchgehend gefunden:

  1. Mit zunehmender Versuchsdauer wurden die Effekte immer geringer (decline-effect).
  2. Je striktere Kontrollmaßnahmen gegen Betrug etc. durchgeführt wurden, desto geringer oder unsicherer stellten sich die Effekte ein.
  3. Es gibt (kritische) Beobachter, die trotz erheblicher Mühe Spukphänomene nie direkt beobachten können (Bauer 1983, S. 156).

Feldforschung der Parapsychologie:

Im Labor wurde niemals Makro-PK (PK mit starken Effekten) ausgelöst und untersucht wie bei dem oben geschilderten, spontan auftretenden Spuk. Bei der Untersuchung von Spukfällen in der realen Lebenssituation (Feldforschung) durch die Parapsychologie stellte sich als durchgängige Eigenschaft heraus, dass sich die Phänomene eigenartig ausweichend gegenüber Objektivierungsversuchen zeigten (Beobachterscheue). Das Ereignis tritt meist genau dann auf, wenn man gerade wegschaut oder es zu photographieren oder zu filmen versucht oder eine Tonaufnahme machen will. Es gibt dennoch Beispiele, in denen eine technische Dokumentation gelungen ist (Schiebeler 1989, S. 296; Playfair 1980; Bender 1980, S. 185; Moser 1980, S. 355). Eine wissenschaftlich fundierte Erklärung für das Ausweichphänomen gibt es nicht. Spiritisten, die das Geschehen als die Wirkung von Geistern auffassen, sehen darin eine intelligente und absichtsvolle Haltung. Die Absicht besteht darin, den Menschen keine Sicherheit bezüglich der Frage des Überlebens zuzugestehen. Aus demselben Grund verschwinden die Effekte mit zunehmenden Kontrollmaßnahmen, weil mit immer besseren Kontrollen der Experimente die Sicherheit der gewonnenen Aussage zugunsten der Überlebenshypothese steigen würde.

Man unterscheidet die Spontanereignisse in personen- und ortsgebundenen Spuk. Daneben gibt es Beispiele, die keiner der beiden Gruppen zugeordnet werden können. Die überwiegende Zahl der Fälle, 74% - 80% (je nach Literatur), gehört zum personengebundenen Spuk. Man findet in der Regel dabei eine meist jugendliche Person (30% unter 20 Jahren nach Gauld 1979, S. 226) mit starken psychischen Spannungen, die nach der Lehrmeinung als “Fokusperson” zur unbewussten Entstehung der Psychokinese führen sollen. Aufgrund welcher Naturgesetze und mit Hilfe welcher Energiequelle die Psyche die Leistungen bewerkstelligen könnte, bleibt im Dunkeln; ein Wirkmechanismus bzw. der modus operandi ist unbekannt (Bender 1980).

Unter dieser Rahmenbedingung kann man zumindest bei Fällen, in denen die Fokusperson unter dem Spuk zu leiden hat, bis zum Gegenbeweis auch die spiritistische Hypothese gelten lassen: Danach verfolgt ein erdgebundener Verstorbener oder allgemein ein jenseitiges Wesen die Fokusperson (manchmal in ethisch niedriger Absicht, manchmal ohne sich der Wirkung bewusst zu sein).

Hinweise auf eine Wirkung aus dem Jenseits:

Im Hinblick auf die Frage nach dem Überleben des Todes und der Reinkarnation sind diejenigen Fälle interessant, in denen keine Fokusperson ausfindig zu machen ist, also bei ortsgebundenem Spuk und wenn der Spuk keiner bestimmten Person unter mehreren möglichen zuordenbar ist. Dasselbe gilt für Fälle, die in Zusammenhang mit dem Tod von meist nahen Verwandten oder Freunden stehen. Obwohl in sich nicht beweisend, finde ich auch Beispiele bemerkenswert, in denen die medial vermittelte Diskussion mit einem realen oder eingebildeten Geistwesen zum Ende belästigender Spukeffekte geführt hat (Locher 1977, S. 123; Wickland 1924/1994). In all diesen Fällen kann man neben der Betrugshypothese und der Annahme einer unerkannt gebliebenen, lebenden Fokusperson u.a. auch eine spiritistische Erklärung ansetzen. Sie besagt, dass die Geschehnisse von den Geistern Verstorbener ausgehen. Diese “gewagte” Erklärung wird um so stärker gestützt, je mehr der folgenden Punkte zutreffen (Stevenson 1972, Gauld u. Cornell 1979):

  1. Unabhängigkeit von der Anwesenheit einer bestimmten (lebenden) Person (20 bis 26% nach Osis 1982).
  2. Es gibt Verstorbene mit einem stark emotionalen, schicksalhaften Bezug zum Haus oder seinen Bewohnern.
  3. Die Art der Ereignisse ist typisch für eine vermutete verstorbene Person als Verursacher (z. B. “beschäftigt” sich der Geist nur mit dem Hab und Gut oder den Angelegenheiten eines Verstorbenen oder er akzeptiert Veränderungen nach seinem Tod nicht und “korrigiert” sie).
  4. Soweit sich eine Absicht hinter den Aktionen erkennen lässt, sollte ein Motiv für die verstorbene Person, nicht für die beteiligten Lebenden vorhanden sein.
  5. Der Spuk trifft mit anderen Effekten zusammen, z. B. einer Erscheinung (31% nach Osis 1982 bzw. Gauld 1979, S. 226) - im optimalen Fall einer kollektiv wahrgenommenen Erscheinung, bei der ein Geist von mehreren Zeugen gleichzeitig gesehen wird.
  6. Der Spuk reagiert auf Provokationen durch eine unbeteiligte Versuchsperson ohne Anwesenheit möglicher lebender Fokuspersonen.
  7. Sehr schwere Objekte werden bewegt (36% nach Gauld 1979, S. 226).
  8. Die Bewegung geht über größere Distanzen (einige Meter).
  9. Objekte bewegen sich auf ungewöhnlichen Flugbahnen (19% als ob getragen; nach Gauld 1979, S. 226).
  10. Bewegte Gegenstände landen weich, ohne zu Bruch zu gehen.
  11. Es gelingt, mit einem Geist zu kommunizieren (9% unter 500 Fällen nach Gauld 1979, S. 226; Code von Klopftönen oder durch Medien vermittelt) und/oder ihn dazu zu bewegen, den Spuk zu beenden.

Es gibt meines  Wissens kein Idealbeispiel, das alle Merkmale gleichzeitig aufweist und dazu noch gut dokumentiert und gut bezeugt ist. Hier ist es wie in den Fällen der Kindheitserinnerungen. Erst durch eine Vielzahl an Beispielen, die unterschiedliche Merkmale kombinieren, erhält man ein Gesamtbild.

Im Folgenden sollen 3 Beispiele für sich selbst sprechen. Als Hilfestellung sind die Nummern der o. g. Punkte vermerkt, die in den Beispielen wiederzufinden sind. Jeder Leser muss sich selbst entscheiden, ob er die animistische oder spiritistische Erklärung für die angemessenere hält.

Beispiel 1: Spukforscher spielen mit verstorbenem Jungen? Punkte 1, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10
Beispiel 2: Spuk in einem Geschenkladen.                          Punkte 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8
Beispiel 3: Verstoßene Frau nimmt Rache nach ihrem Tod. Punkte 2, 4, 5, 8, 11. Hier findet sich auch eine Brücke zu Erinnerungen von Kindern an ihr  früheres Leben und die Wiedergeburt.

Weitere Fallbeispiele findet man bei Gauld 1979, Bender 1980, Locher 1977, Moser 1980, Schiebeler 1989, Roll 1976, Mattiesen 1987, S. 59ff; Grabinski 1953, Owen 1964 sowie auf dieser Homepage.

Quellen (und Links zu Literaturseiten):

  • Schmied-Knittel, Ina (2008) Außergewöhnliche Erfahrungen: Repräsentative Studien und aktuelle Befunde, Zeitschrift für Anomalistik, Sandhausen, Band 8 Nr. 1+2+3, S. 98-117
  • Lier, Gerda (2010) Das Unsterblichkeitsproblem / Grundannahmen und Voraussetzungen, V&R unipress, Göttingen, 
    ISBN: 978-3-89971-764-8
  • Stevenson, Ian (1972) Are Poltergeists Living or Are They Dead?, The Journal of the American Society for Psychical Research, Vol. 66, July 1972, S. 233-252
    Gauld, Alan; Cornell, A.D. (1979) Poltergeists, Routledge & Kegan Paul, London, ISBN: 0-7100-0185-1
  • Bender, Hans in Beloff, John; Herausgeber (1980) Neue Wege der Parapsychologie, Walter-Verlag, Olten, S. 175, ISBN: 3-530-60710-x
  • Locher, Theo/ Lauper, Guido (1977) Schweizer Spuk und Psychokinese / Kommentierte Fälle aus jüngster und früherer Zeit, Aurum, Freiburg, ISBN: 3-591-08035-7
  • Moser, Fanny (1980) Spuk / Ein Rätsel der Menschheit, Fischer, Frankfurt/M, ISBN: 3-596-26714-5
  • Schiebeler, Werner (1989) Zeugnis für die jenseitige Welt / Eine Darstellung der Erfahrensbeweise / Bericht eines Physikers, Silberschnur, Neuwied,
    ISBN: 3-923781-33-4
  • Roll, William G. (1976) Der Poltergeist / Mit einem Vorwort von J.B.Rhine, Aurum, Freiburg, ISBN: 3-591-08027-6
  • Grabinski, Bruno (1953) Spuk- und Geistererscheinungen, Styria, Graz, ISBN: keine
  • Bauer, Eberhard; Lucadou, Walter von (1983) Spektrum der Parapsychologie, Aurum, Freiburg, ISBN: 3-591-08181-7
  • Playfair, Guy Lyon (1980) This House is Haunted / The True Story of a Poltergeist / The most fully documented account of poltergeist activity ever recorded both in sound and on film (Enfield case), Stein and Day, New York, ISBN: 0-8128-2732-5
  • Mattiesen, Dr. Emil (1987) Das persönliche Überleben des Todes, Bd. 3, de Gruyter, Berlin, S. 338-375, ISBN: 3-11-011334-1
  • Owen, A.R.G. (1964) Can We Explain the Poltergeist, Helix Press, New York, ISBN: keine
  • Guggenheim, Bill u. Judi (1997) Trost aus dem Jenseits, Scherz, Bern, München, Wien, ISBN: 3-502-14260-2; Übersetzerin Maja Ueberle-Pfaff und http://www.after-death.com/
  • Wickland, Carl (1924/1994) Dreißig Jahre unter den Toten, Otto Reichl, Der Leuchter, St. Goar, ISBN: 3-87667-001-2

Fälle im Internet:
Klopflaute leichter spirituell erklärlich als animistisch (englisch): http://www.aeces.info/Top40/Cases_26-50/case34_cold-case.pdf
Verstorbene Mutter lässt das Licht blinken (englisch): http://www.aeces.info/Top40/Cases_51-75/case51_global-blinking.pdf
Allgemeines zum Spuk (deutsch): http://www.psi-infos.de/Jenseitsforschung/Jenseits_-_Themenuebersicht/Spuk_-_Zudringlichkeiten_aus_d/spuk_-_zudringlichkeiten_aus_der_geisterwelt-.html

Weitere Fälle (auf den Inhalt dieser Seiten habe ich keinen Einfluss):
http://www.geister-und-gespenster.de/spuk/geister_gespenster/poltergeist.htm
http://www.geister-und-gespenster.de/spuk/spukorte/Poltergeist_Rosenheim.htm (der bekannte, animistisch erklärbare Fall “Rosenheim”)
http://www.geisternet.com
http://www.gespensterweb.de/GespensterWeb/body_gespensterweb.htm
http://www.paraportal.org/18962-esther-cox-und-der-poltergeist-von-amherst.html                                            zurück zum Seitenanfang

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Spukforscher spielen mit verstorbenem Jungen?

Nacherzählt von Dieter Hassler

Ich wähle diesen außergewöhnlichen Spukfall aus mehreren Gründen aus: Er stammt aus „unseren Tagen“ (1989) und wurde von einem sehr vertrauenswürdigen Forscher gründlich untersucht. Der Forscher, David Fontana, war zur Zeit der Ereignisse und der Erforschung Professor an der Universität von Wales in Cardiff, England. Später bekleidete er die Ämter des Vorsitzenden der Gruppe der Überlebensforscher der englischen parapsychologischen Gesellschaft (Society for Psychical Research, SPR), des Vizepräsidenten und des Präsidenten dieser Gesellschaft. Er ist ein ausgewiesener Kenner des Paranormalen, was sich an seinen Publikationen ablesen lässt (Scole-Group).

Hinzu kommt, dass Prof. Fontana einen Teil der Vorkommnisse selbst beobachten konnte, sich also nicht nur auf Zeugenaussagen verlassen musste. Einmal erlebte er auch Spuk, als er sich alleine im Spukraum aufhielt. Es fand sich keine einzelne Person, die als typische Fokusperson hätte angesehen werden können, die nach aktueller Lehrmeinung die Phänomene hätte hervorbringen können. Der Spuk ließ sich sogar vom Forscher oder anderen Personen verbal provozieren.

Der Hergang der Ereignisse:

Der Spuk ereignete sich ab 1989 in einem Geschäft für Rasenmäher in einer Einkaufsstrasse in Südwales in England. Der Geschäftsinhaber, dem Fontana das Pseudonym „Jim“ gab, seine Frau „Ann“, Anns Bruder „Paul“, Pauls Frau „Yvonne“, der Geschäftspartner „Michael“, der teilzeitlich arbeitende „Ron“ und ein früherer Angestellter „Alex“ erlebten das unerklärliche Werfen von Steinen und andere Spukerscheinungen. Jim hatte Sorge, seinen Kunden könne dadurch einmal Schaden zugefügt werden. Das veranlasste ihn, die SPR zu einer Untersuchung und um Abhilfe zu bitten. So kam Prof. Fontana zu seiner Forschungsaufgabe.

Fontana_Poltergeist_Carburator_1Das Gebäude, in dem sich der Spuk ereignete, hatte im Erdgeschoss einen zur Straße gelegenen Verkaufsraum und eine direkt anschließende, zum Hinterhof gelegene Werkstatt, wie die Abbildung im Grundriss zeigt. Im ersten Stock befanden sich Büros einer anderen Firma.

Bei seinem ersten Besuch betrat Prof. Fontana die Werkstatt durch die zum Hof gelegene Türe und hörte dabei ein lautes „Ping“, das so klang, als träfe ein Wurfgeschoss einen der Rasenmäher, der zur Reparatur inmitten der Werkstatt aufgestellt war. Der Forscher begrüßte nun den Geschäftsinhaber Jim, der gerade mit einem Firmenvertreter sprach, und fragte Jim, was für ein Geräusch er gerade gehört habe. „Es war ein Stein wie dieser“, sagte Jim und zeigte ihm einen Schotterstein, von welchen mehrere in der Werkstatt und dem Verkaufsraum auf dem Boden lagen. „Bevor wir das Geschäft am Abend schließen kehren wir den Boden und finden solche Steine oft am nächsten Morgen bei Geschäftsöffnung auf dem Boden verstreut. Sie scheinen also zu kommen, wenn niemand anwesend ist. Sie dürften vom Hof und der Umgebung einer nahe gelegenen Kirche zu stammen“, erklärte Jim. Der Vertreter schaltete sich ein und sagte, er sei anfangs sehr skeptisch gewesen, habe aber inzwischen so viele unerklärliche Phänomene miterlebt, dass er nun davon überzeugt ist, dass es sich um „echten Spuk“ handelt.

Nun ließ sich Prof. Fontana erst einmal von Jim erklären, was bisher alles vorgefallen war. Jim berichtete folgendes:

  • Klopfen: An das Schaufenster des Geschäfts wurde immer wieder laut geklopft. Es war aber niemand in der Nähe.
  • Steine: Immer wieder sind kleine Steine, Münzen oder Stahlbolzen an die Wand oder auf den Boden des Geschäftsraums oder der Werkstatt geflogen. Manchmal trafen sie jemanden, aber es blieb harmlos. Die Gegenstände wurden normalerweise dabei gesehen, wie sie landeten, nur selten wie sie in der Luft flogen, niemals wie sie geworfen wurden.
  • Spachtel: Eine Spachtel, die „verloren gegangen“ war, tauchte plötzlich wieder auf und fühlte sich so heiß an, als ob sie mit einem Brenner einige Minuten erhitzt worden wäre.
  • Stift und Papier: Als Jim laut äußerte, er wolle die unerklärlichen Vorkommnisse aufschreiben, fiel ein Stift von der Decke neben ihn auf den Boden. Kurz darauf folgte ein Notizpapier mit Kopfzeilen. Das Papier stammte aus dem Büro der Firma im ersten Stock des Hauses.
  • Sovereign: Als Jim laut aussprach, er wünsche sich einen „Sovereign“, eine 20-Schilling-Münze, fiel eine Kronen-Gedenkmünze (5 Schilling) neben ihn. Sie stammte vermutlich aus der Schublade in Jim und Anns Haus.
  • Münzen: Ein andermal bat Jim um Münzen und erreichte damit, dass 3 alte Pence-Stücke mit dem Datum 1912 neben ihm auf den Boden fielen.
  • Werkzeuge auf dem Regal drehten sich ohne erkennbare Ursache.
  • Steine: Jim und Michael sahen sich veranlasst, einmal ihr Fernsehvergnügen der Übertragung eines Rugbyspiels zu unterbrechen, weil sie das Geräusch von großen Steinen hörten, die auf das Dach eines Gebäudes im Hinterhof fielen.
  • Steine wurden an das Küchenfenster und Fenster im ersten Stock des Hauses geworfen. Bei mindestens 6 solchen Gelegenheiten wurde die Polizei gerufen. Es wurde aber kein Steinewerfer gefunden.
  • Eine Leuchtstoffröhre explodierte ohne Grund.
  • Schwimmer aus Vergasern, die in den Rasenmähermotoren verwendet werden, fanden sich in die weiche Verkleidung der abgehängten Decke gesteckt. Es handelte sich um kleine Plastikzylinder, die auf ihren Stirnflächen Stahlnadeln in Achsrichtung trugen.
  • Schwimmer: Jim legte einmal einen solchen Schwimmer bewusst an eine Stelle in der Werkstatt und forderte, wen auch immer, laut auf, dieses Teil bis zum nächsten Morgen an eine andere Stelle zu legen. Dann verließ Jim sein Geschäft und schloss die Türen ab. Auf dem Heimweg kaufte er sich an einem Kiosk Zigaretten. Als er das Wechselgeld aufnahm, hatte er plötzlich einen Schwimmer in seiner Hand. Jim und seine drei Mitarbeiter kehrten daraufhin sofort zum Geschäft zurück und fanden den Platz leer, auf dem der Schwimmer kurz vorher noch gelegen hatte. Jim beteuert, dass er sich sicher ist, als letzter aus dem Geschäft gegangen zu sein und beim Abschließen den Schwimmer noch am Platz gesehen zu haben. Keiner sonst hatte Zugang zum Geschäft.
  • Ein Tagebuch, das auf einer Kommode im ersten Stock des Hauses gelegen hatte, verschwand auf unerklärliche Weise, nur um auf dem Dach eines Nachbargebäudes wieder aufzutauchen.
  • Starker Brandgeruch lag andauernd in der Luft.
  • Steine: Auf Ann wurden Steine geworfen, als sie auf der von innen verschlossenen Toilette war.
  • Telefon: Häufig klingelte das Telefon in Jim und Anns Haus; einmal alle paar Minuten den ganzen Nachmittag über. Wenn man das Telefon abhob, war die Leitung tot. Techniker der britischen Telefongesellschaft konnten keinen technischen Defekt finden.
  • Bretter: Als Jim einmal zu Ann sagte: „Alles, was wir nun noch brauchen, sind einige Holzbretter“, wurden Bretter vom Hof durch die offen stehende Türe in die Werkstatt geschleudert. Die Bretter waren zu schwer, um von Hand so weit geworfen zu werden.

Zu Beginn der Ereignisse verdächtige Jim seine Kollegen, ihm Streiche zu spielen. Um das zu überprüfen, schloss er einmal beide Außentüren ab und beorderte Michael und Alex, seine damaligen Mitarbeiter, an die Verkaufstheke. Alle drei legten nun ihre Hände flach auf die Tischplatte. Doch absonderliche Phänomene traten in den folgenden 2,5 Stunden weiterhin auf. Alex schien besonders begabt darin, Gegenstände aus der Werkstatt in den Geschäftsraum zu beordern. Das ging schneller vonstatten, als er es hätte selbst bewerkstelligen können.

Die Vorgänge wirkten so, als kämen sie von einer unsichtbaren Intelligenz. Alex vergab daher dem vermuteten Geist den Namen „Pete“. Als Alex aus dem Geschäft ausschied, hörten die Absonderlichkeiten für einige Wochen auf. Danach setzten sie sich aber wieder fort.

Prof. Fontana befragte Michael, zwei Sekretärinnen vom ersten Stock und Jims Tochter. Sie bestätigten ihm einige der o. g. Vorkommnisse, die sie selbst miterlebt hatten. Von Jim und von den übrigen Mitgliedern der Gruppe, Ann, Paul, Yvonne, Michael und Ron hatte er den Eindruck gewonnen, es mit ehrlichen und anständigen Leuten zu tun zu haben. Es waren - abgesehen von Ron -  junge Erwachsene, die harmonisch miteinander auskamen.

Im Verlauf der nachfolgenden Monate wurden Fontana folgende weitere Vorkommnisse berichtet:

  • Messingdose: Eine schwere Messingdose (11Kg) wurde mehrfach durch die Räume geworfen. Jim fürchtete um die Unversehrtheit seiner Angestellten und Kunden und brachte die Dose daher in den Hof hinter dem Haus. Sie kam aber von alleine zurück, als er an seiner Werkbank stand und fiel neben ihm auf den Boden. Nur noch Michael war zu der Zeit anwesend und hielt sich im Hof auf. Er konnte die Dose aber nicht geworfen haben, weil sie auf der Seite von Jim landete, die von der Türe abgewendet ist.
  • Messingdose: Als „Pete“ verbal aufgefordert wurde, die Dose zu „feuern“, kamen blaue Flammen aus der Dose.
  • Telefon: Nun kamen auch telefonische Anrufe im Geschäft an, bei denen sich niemand meldete, wenn abgehoben wurde.
  • Schwimmer: Mehrfach fanden Jim und Ann, sowie Paul und Yvonne, als sie in ihre Wohnungen zurück kamen, Schwimmer in die Zimmerdecke gesteckt, obwohl sie solche Teile nicht in ihren Wohnungen aufbewahrten.
  • Schwimmer flogen auch mehrfach und unerwartet an die Zimmerwände ihrer Wohnungen.
  • Schwimmer: Paul sprang einmal erschrocken auf, weil er gestochen worden war. Er fand einen Schwimmer, der unter seinem Hemd in die Haut gesteckt war. So etwas ereignete sich mehrmals.
  • Schwimmer: Als Paul, Ann und Yvonne einmal zu Hause im Garten zusammen unter dem Sonnenschirm saßen, beobachteten alle drei, wie die Nadel eines Schwimmers durch den Stoff des Schirms gestochen wurde.
  • Steine: Eines Tages war Jim so verärgert über das Herumschmeißen von Steinen in seinem Geschäft, dass er selbst einen Stein nahm und in die Ecke warf, aus der der Spuk zu kommen schien. In der Figur ist dieser Ort als „aktive Ecke“ durch einen Stern (*) gekennzeichnet. Nur einen Moment später wurde der Stein zurückgeschmissen und fiel an Jims Seite auf den Boden. Das Spiel ließ sich über mehrere Tage wiederholen, wobei auch Ann erfolgreich war. Meist kam ein anderer Stein als der zuerst geworfene zurück, aber gelegentlich wurde auch ein zuvor markierter Stein zurückgeworfen. Manchmal flogen die Steine zur gleichen Zeit und einmal täuschte Jim an, einen Stein zu werfen, und bekam trotzdem seine erwartete Antwort von Pete.
  • Bolzen: Auf Anregung von Jims Tochter wurde die abgehängte Decke im Bereich der aktiven Ecke untersucht. Man fand dort einen kleinen Vorrat an Bolzen, wie sie schon oft als Wurfgeschosse verwendet worden waren. Sie wurden entfernt. Prof. Fontana war zugegen, als einige Wochen später noch einmal dort nachgeschaut wurde. Der Vorrat war wieder angelegt worden.
  • Messingdose: Jim forderte Pete heraus, indem er ihm sagte, er solle die o. g. Messingdose mit Steinen bewerfen. Aus der großen Entfernung der aktiven Ecke bis zur Dose war dies eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Aber es gelang Pete einige Male.
  • Schlüssel: Jim forderte einmal Pete zum Spaß auf, ein Auto zu bringen. Prompt erschienen auf mysteriöse Weise alle möglichen Arten von Schlüsseln auf der Werkbank, die einen Augenblick zuvor noch leer war. Wo sie herstammten konnte nicht ausgemacht werden.
  • Besteck: Ebenso wurde die Küche durch Besteck auf geheimnisvolle Art „bereichert“.

Der Forscher fand zwei Augenzeugen, die er für besonders zuverlässig einschätzte. Der eine sah 12 Bolzen von der Decke fallen, als er alleine im Verkaufsraum war. Sie schienen sich unterhalb der Decke zu materialisieren und dann normal zu fallen. Es gab keine normale Erklärung dafür, wie die Bolzen aus der Decke kommen konnten.

Der andere Zeuge sah Münzen im Flug, die eine unnatürliche Flugbahn beschrieben. Sie flogen zuerst waagrecht und langsam und fielen dann senkrecht zu Boden. Ein andermal hörte er Münzen in einen Papierkorb fallen, der so dicht unter einem Regalbrett des Verkaufsraums hing, dass man unmöglich Münzen aus der Entfernung hineinwerfen konnte.

Prof. Fontana war selbst Augenzeuge vieler paranormaler Ereignisse, besonders dann, wenn er unangemeldet auf der Szene erschien. Um nicht eine weitere lange Liste diesem Bericht anzufügen, werden die Vorkommnisse hier nur stichwortartig erwähnt:

Verschwinden und wieder Auftauchen von Gegenständen, mit Gegenständen (z. B. einem Kugellager) beworfen werden oder zusehen, wie andere beworfen werden, Gegenstände fliegen und fallen sehen (z. B. einen Stein in Jims Teetasse), Reaktionen von Pete auf Aufforderungen, wie das Bewerfen der Messingdose, das Erscheinen eines Schreibstiftes oder das Zurückwerfen von Steinen aus der aktiven Ecke, „tote Telefonanrufe“ u. a. m..

Besonders bemerkenswert ist noch folgendes:

Als der Forscher miterlebte, wie ein Stein auf Jims Kopf fiel, bemerkte Jim, der Stein sei eher auf seinen Kopf gelegt worden, als darauf gefallen.

Beim Steinwurfspiel in die aktive Ecke bewirkte Ann besonders starke Reaktionen, wenn sie Pete lauthals beschimpfte.

Beim Steine werfen konnte Fontana selbst experimentieren, weil auch er seine Würfe beantwortet bekam. Das funktionierte auch, als alle 4 Hauptzeugen auf Urlaub abwesend waren. Nur Michael war in der Werkstatt und er war der Überzeugung, seine Anwesenheit sei zu dem Spiel notwendig. Um das zu testen, ging Michael auf den Hof und ließ den Forscher alleine in der Werkstatt zurück (auf Position „X“ in der Abbildung). Aber das Spiel hörte nicht auf. Fontana erhielt seine Antworten von Pete.

Ein andermal standen Jim und Fontana an der Theke im Verkaufsraum auf den Positionen „X“ bzw, „Y“ in der Abbildung. Auch von dort konnten sie das Spiel erfolgreich spielen, indem sie Steine in die Nähe der aktiven Ecke warfen.

Nach etwa 2 Jahren der Beobachtung der seltsamen Vorgänge wurde der Verkaufsraum gründlich renoviert, um andere Produkte anbieten zu können und auch in der Werkstatt wurde einiges verändert. Die Partnerschaft von Jim mit Michael wurde aufgelöst. Michael verließ die Szene. Mit diesen Änderungen hörte der Spuk auf - aber nur für einige Wochen, um sich in anderer Form fortzusetzen.

Die neue Ära begann damit, dass größere Mengen Grassamen und Düngergranulat auf dem Boden des Verkaufsraums und auf die Theke ausgestreut wurden. Die Materialien stammten aus Säcken, die auf dem Boden standen. Es geschah meistens in der Nacht, wenn sich niemand im Raum aufhielt. Aber einmal wurde in vollem Tageslicht ein Kunde mit einer Wolke aus Dünger so „bestäubt“, dass er Reißaus nahm und sogar vergaß, sein Wechselgeld mitzunehmen.

Über Nacht wurden auch Teller auf dem Boden zerschmettert und die Bruchstücke wieder säuberlich zueinander gelegt.

Eines Montagmorgens öffnete Jim seinen Laden und fand ihn völlig verraucht vor, weil ein Benzin-Rasenmäher lief. Drei Handgriffe sind notwendig, um die Maschine anzulassen. Es ist also ausgeschlossen, dass sich der Rasenmäher von alleine anlassen konnte. Er konnte auch nicht am Samstagabend abzustellen vergessen worden sein, weil das Benzin nicht gereicht hätte, ihn so lange von Samstagabend bis Montagmorgen laufen zu lassen.

Die Schwimmer wurden wieder an Wände geschmissen, diesmal an Außenmauern im Bereich des Ladens, an Zimmerwände von Pauls Wohnung und durch das offene Fenster in Pauls Auto auf dem Parkplatz eines Supermarktes, als er auf Yvonne wartete.

Die 4 Hauptzeugen erbaten sich von Pete wiederholt Geld. Im Lauf der Zeit erhielten sie von ihm zusammen etwa 100 engl. Pfund. Meist waren es aufgerollte 5-Pfund-Noten. Sie konnten an der Decke mit Schwimmern aufgespießt sein, auf die nasse Windschutzscheibe von Pauls Auto „geklebt“ sein oder irgendwo auf dem Boden liegen oder in Form von Münzen an Pauls Haustüre geworfen werden. Woher das Geld stammte, blieb unklar.

Selbsttätige Bewegung von Objekten, „Herbeizaubern“ von Gegenständen (Apporte) und das Herumwerfen einer Leiter waren weitere anormale Ereignisse.

Eines Tages waren ein Gummiball und ein Kinder-Teddy aus der Werkstatt verschwunden. Als Jim und Paul Geräusche aus der abgehängten Decke hörten, suchten sie nach und fanden zu ihrer Verwunderung den Ball und den Teddy dort. Das Geräusch könnte von dem Ball gerührt haben, der in der Zwischendecke auf und ab sprang.

Besonders bemerkenswert sind drei Erscheinungen, die Paul sah.

1. Paul öffnete am Morgen zu Geschäftsbeginn die Werkstatttüre und sah im Tageslicht, das durch die offene Türe fiel, auf einem Regal dicht unter der Decke im Bereich der aktiven Ecke die Erscheinung eines etwa 12-jährigen Jungen sitzen. Der Junge trug kurze Hosen und hatte eine spitze Schulmütze auf. Paul sah aber statt eines Gesichts nur eine ovale Form und erkannte auch keine Hände oder Knies. Er sprach die Erscheinung an, indem er sagte: „Hallo, was machst Du denn hier?“, worauf ein Schwimmer aus der aktiven Ecke geflogen kam und die Erscheinung verging. Die Höhe über dem Regalbrett bis zur Decke reichte eigentlich nicht für die Körpergröße eines Jungen aus. Die Decke schien sich dematerialisiert zu haben, um Platz zu schaffen.

2. Paul und Jim knieten bei vollem elektrischem Licht inmitten der Werkstatt vor einem zu reparierenden Rasenmäher, als Paul wieder die Erscheinung des Jungen bemerkte und Jim laut aufforderte, hinter sich zu schauen. Daraufhin verschwand die Erscheinung und ein großer Stein erschreckte die beiden, als er das Gerät vor ihnen mit lautem Knall traf. Jim bekam die Erscheinung nicht mehr zu sehen.

3. Paul ging zum Feierabend als letzter zur hinteren Türe der Werkstatt, um abzusperren und nach Hause zu gehen. Die Lampen in der Werkstatt waren schon ausgeschaltet, da sah Paul vor dem Licht in der Toilette die schätzungsweise 75 cm große Silhouette der ihm schon bekannten Erscheinung. Sie schien „auf Wiedersehen“ zu winken. Tatsächlich wurden kurz danach die Räume des bisherigen Ladens in ein Restaurant umgebaut und der Laden zog an einen anderen Ort um, weil eine Vergrößerung des Geschäfts anstand. An beiden Orten trat kein Spuk mehr auf.

Prof. Fontana forschte nach, ob sich im Bereich des Geschäfts in der Vergangenheit ein tragisches Ereignis zugetragen hat; konnte aber nichts finden. Aber eine Kundin, welche einen Zeitungsartikel über den Spuk gelesen hatte, erzählte zwei Zeugen, dass ein kleiner Junge im Hinterhof getötet worden sei (Fontana 1992). Aufgrund des Zeitungsartikels meldete sich später der Bruder des damals gestorbenen Jungen und bestätigte (Fontana 2005, S. 80), dass er auf einer nahe gelegenen Straßenkreuzung bei einem Verkehrsunfall umgekommenen war.

Der Bericht über diesen bemerkenswerten Spukfall würde noch wesentlich länger ausfallen, wenn Fontanas Diskussion aller denkbaren normalen Erklärungen, wie Betrug und Selbstbetrug, Täuschung und denkbare physikalische Ursachen hier wiedergegeben werden würde. Es sei nur so viel gesagt:

Für die meisten der Vorkommnisse fand Prof. Fontana weder eine Möglichkeit noch eine Motivation der betroffenen Teilnehmer für ein Vortäuschen der Phänomene. Er ordnete sie klar als paranormal ein.

Jim hatte als Geschäftsinhaber ein Interesse daran, den Spuk nicht bekannt werden zu lassen, um nicht Kunden abzuschrecken. Das gelang ihm auch ca. 2 Jahre lang. Dann bekam die Presse „Wind“ davon und veröffentlichte einen Artikel. Jim veranlasste die Untersuchung des Spuks durch die SPR und entsorgte z. B. die Messingdose aus Sorge vor Personenschäden. Kein Beteiligter hatte einen Vorteil von dem Spuk zu erwarten. Aber alle schienen den Spuk als Untersuchungsobjekt zu akzeptieren. Die wichtigsten Hauptakteure unterzeichneten eine eidesstattliche Erklärung, worin sie versichern, die Phänomene nicht vorgetäuscht zu haben.

Paul war wohl der wichtigste Agent, aber nicht der einzige. Es fand sich nicht, wie in anderen Fällen, ein Jugendlicher, der in seiner Pubertät große psychische Spannungen auszuhalten hatte, die man für die Vorkommnisse nach der Lehrmeinung verantwortlich machen könnte. Spuk fand auch statt, wenn niemand in den Räumlichkeiten anwesend war. Der Spuk war eher ortsgebunden als personengebunden.

Soll man nun als Erklärung unterstellen, mehrere lebende Personen hätten unbewusst als Psychokinese-Agenten intelligent zusammengewirkt? Oder war es Besessenheit; aber von wem? Oder hat sich hier ein erdgebunden gebliebener, verstorbener Junge als Geist „ausgetobt“ und dazu die psychische Energie der zufällig Anwesenden benutzt?

Es gibt kein hartes Kriterium, um eine Erklärungsvariante eindeutig als die richtige ausmachen zu können. Die Entscheidung kann nur jeder Leser für sich persönlich treffen. Prof. Fontana erscheint die letztere Möglichkeit, die des erdgebundenen Jungen als Geist, weniger gekünstelt und der Wahrheit eher zu entsprechen.

                                                                                                                                                                                               zurück zum Seitenanfang

Fontana, David (1991) A Responsive Poltergeist: A Case from South Wales, JSPR, Vol. 57, No. 823, April 91, S. 385-402, ISSN 0037-1475/91
Fontana, David (1992) The Responsive South Wales Poltergeist: A Follow-Up Report, JSPR, Vol. 58, No. 827, April 92, S. 225-231,
ISSN 0037-1475/92
Fontana, David (2005) Is there an Afterlife? / A Comprehensive Overview of the Evidence, O-Books, Ropley, Hants, UK, S. 64 - 80,
ISBN: 1-903816-90-4

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Spuk in einem Geschenkladen

Nacherzählt von Dieter Hassler

Dieser Fall ist von Interesse, weil sich keine lebende Person ausfindig machen ließ, welche als Spuk verursachende „Fokusperson“ in Frage käme. So steht die gängige animistische Erklärung des Spuks als sich entladender psychischer Spannungszustand eines pubertierenden Jugendlichen auf „wackligen Beinen“.

Außerdem wurde das Spukgeschehen von insgesamt 24 Personen erlebt und nicht alle, sondern nur einige von den 24 standen unter psychischem Stress. Etliche Phänomene wurden kollektiv, d. h. von mehr als einer Person beobachtet oder erlebt. Die Meisten, 18 der 24 Zeugen hatten keine paranormalen Erfahrungen außer denen in dem Geschenkladen. Der Spuk hielt über mindestens 10 Jahre an. Drei aufeinanderfolgende Eigentümer des Gebäudes erlebten ihn mit.

Unerklärliche Bewegung von Gegenständen, selbsttätiges Einschalten elektrischer Geräte, seltsame Geräusche und gelegentliche Erscheinungen traten in einem Gebäude auf, das 1978 vom Eigentümer in einen großen Geschenkladen mit 11 Ausstellungsräumen umgebaut worden war. Er war es auch, der eine Untersuchung veranlasste und so die Autoren Osis und McCormick auf Geisterjagd schickte (Osis 1982).

Das ursprüngliche Gebäude war 1772 als Farmhaus in New Jersey, USA, erbaut worden und blieb bis 1954 im Besitz der gleichen Familie. Die letzten Bewohner aus dieser Familie waren die unverheirateten Schwestern „Hester“ und „Lucille“. Der Neffe „Arthur Maxwell“ erbte das Anwesen zusammen mit seiner Frau „Aileen“, die es 1976 an den Geschäftsmann “Richard Baker” verkaufte. Der Eigentümer zum Zeitpunkt der Untersuchungen war “Ted Sinclair” (Pseudonym), der es 1978 erwarb und umbaute.

Das Personal des Geschäfts sprach im Spaß von Hester als dem Hausgeist. Recherchierbare Spukphänomene begannen Anfang der 1970-er Jahre, so dass sie also von 3 unterschiedlichen Hauseigentümern und deren Kontaktpersonen erlebt wurden. Darunter waren auch Personen, die von vorangegangenem Spuk nichts wussten. Der Spuk dauerte auch in der Untersuchungsperiode mit einer Häufigkeit von 1 bis 2 Ereignissen pro Monat an.

Die bedeutenderen Ereignisse waren folgende:

  • Tisch: Aus der Zeit zwischen 1970 und 1976 wurde berichtet, dass ein Tisch ohne menschliche Einwirkung mehrfach in eine Position verrückt worden war, auf der er sich zur Zeit der Schwestern Hester und Lucille befand.
  • Alarmanlage: Im September 1973 wurde eine Alarmanlage gegen Einbrecher installiert. Immer wieder gab sie falschen Alarm, auch wenn sich niemand im Haus aufhielt. Aber im Sommer 1975 war sie einmal zu Testzwecken abgeschaltet. Dennoch löste sie einen Alarm aus. Man fand sie wieder eingeschaltet, obwohl niemand sie berührt hatte. Ein Techniker konnte keinen Fehler finden.
  • Weil die Fehlalarme nicht aufhörten, wurde die gesamte Anlage insgesamt drei Mal in allen Teilen durch neue ersetzt. Die Sensoren an Türen und Fenstern wurden zudem gegen druckempfindliche im Fußboden ausgetauscht. Funkverbindungen wurden durch innen liegende Kabelverbindungen ersetzt. Das System hörte nicht auf, Fehlalarme zu geben. Eine Systematik war nicht erkennbar. Es gab solche Alarme auch wieder bei ausgeschalteter Anlage. Der Inhaber der Firma, der diese Anlage verkauft hatte und dafür verantwortlich war, war mit den Nerven am Ende. Er hatte mehr als 400 solcher Systeme verkauft und installiert. Keine machte solche Probleme wie diese. Er war zur Überzeugung gelangt, dass es in diesem Haus nicht mit rechten Dingen zuging.

  • Musikanlage: Im Laden war eine Musikanlage installiert, die in allen Räumen zu hören war. Sie wurde mit einem Knopf eingeschaltet und mit einem anderen ausgeschaltet. Wenn man den einen Knopf drückte, sprang der jeweils andere heraus. Neun Zeugen bestätigten, dass sich diese Anlage mehrfach von selbst ein oder auch ausgeschaltet hat, meist vor Betriebsschluss oder morgens beim Öffnen des Ladens und unabhängig von der Anwesenheit einer bestimmten Person. Man konnte die Schaltertasten selbsttätig klicken hören. Dabei hatte niemand das Gerät bedient. Eine technische Überprüfung lieferte keinen Hinweis auf einen Defekt.
  • Eine Angestellte, Marge Byron, berichtete: „Als ich gerade die Musikanlage zu Geschäftsschluss ausschalten wollte, ging sie vorher von selbst aus, bevor ich die Taste berühren konnte.“ Dasselbe passierte ein andermal beim Einschalten am Morgen.

  • Werkzeug: Im Frühjahr 1978 installierte ein Elektriker kurz vor Mitternacht Verteilerdosen im Haus. Er brauchte weitere Dosen und ging raus, um sie aus dem Auto zu holen. Als er zurückkam fand er sein Handwerkszeug vom Tisch auf dem Boden verstreut. Das Werkzeug hatte sich in einem Lederbeutel befunden, der nicht an der Tischkante lag. Er wog etwa 15 Pfund. Die Werkzeuge lagen am Boden nicht dicht beieinander, sondern waren weit verstreut. Der Elektriker erfuhr erst danach von „Problemen“ in diesem Haus.
  • Nähmaschine: Im Juni 1979 waren Marge Byron und ihre Tochter morgens um 7 Uhr noch alleine im Geschäft, als sie ein Geräusch aus dem benachbarten Werkraum hörten. Sie gingen hinüber und fanden die Nähmaschine laufen. Als sie sie ausschalten wollten, bemerkten sie, dass der Hauptschalter ausgeschaltet war und die Maschine dennoch lief. Sie mussten den Stecker ziehen, um sie zum Stehen zu bringen. Wie sich die Nähmaschine selbsttätig hat einschalten können, blieb ein Rätsel, denn sie hatte eine Dreifachsicherung. Man musste 3 Schalter betätigen, um sie in Betrieb zu setzen: Den Hauptschalter, einen Schalter zur Wahl der Stichweite und den Fußschalter.
  • Addiermaschine: Im September 1979 war Chris Sinclair alleine im Büro und mit der Auftragsabwicklung beschäftigt, als eine (eingeschaltete) elektrische Addiermaschine plötzlich anfing, lauter Nullen auf Papier zu drucken. Die Maschine stand außerhalb ihrer Reichweite und niemand hatte den Raum betreten.
  • Koinzidenz: Im Mai 1978 gingen Mrs. Byron und eine andere frühere Angestellte, Carmen Stilles, zu Geschäftsschluss in den Werkraum, um das Licht auszumachen. Beim Eintreten fiel eine Leuchtröhre aus ihrem Sockel an der Decke auf Fr. Byron. Sekunden danach schlug in 2,5 m Entfernung die Badezimmertüre mit lautem Knall zu. Die Fenster waren alle zu und draußen war es windstill. Die Türe hatte keine Tendenz von selbst ins Schloss zu fallen.
  • Herausforderung: Im Juli 1978 standen Cindy Sinclair und eine Praktikantin an der Kasse. Sie waren alleine im Geschäft und machten sich den Spaß, den vermeintlichen Geist herauszufordern, an dessen Existenz sie aber nicht glaubten. Sie verspotteten den Geist und sagten, er solle sich zeigen. Gleich darauf hörten sie ein kontinuierliches Pochen, das vom Dach zu kommen schien. Nach 30 bis 45 Sekunden des Pochens schrie Cindy „Ich glaube dir“. Das Geräusch hörte sofort auf und kam nicht wieder.
  • Schublade: Im Sommer 1978 beobachtete die Buchhalterin Jenny Nelson, dass sich eine mit Prospekten schwer beladene Schublade immer wieder von selbst öffnete, obwohl sie normalerweise problemlos geschlossen blieb. Die Angestellte wusste um den Spuk.
  • Fliese: Im Oktober 1979 veranstaltete Ted Sinclair eine Nachtwache zusammen mit 3 weiteren Personen. Zwischen 2 und 3 Uhr nachts hörte eine Person Schritte und gleich darauf hörten alle das Geräusch eines auf dem Boden gleitenden Gegenstands. Mr. Mead, Schwager von Ted, erschrak dabei, weil er etwas fühlte, das seinen Rücken berührte. Es handelte sich um ein Bruchstück einer Fliese, die sich anschließend gut in eine Lücke des gefliesten Kamins einpassen ließ. Ein Trickbetrug wurde als höchst unwahrscheinlich ausgeschlossen.
  • Erscheinungen: 1977 sah Richard Baker aus dem Augenwinkel die Erscheinung einer mütterlichen Frau mit grauen, aufgetürmten Haaren. Sie trug ein einfaches Hauskleid. Er will bei anderer Gelegenheit auch Männer in altertümlicher Kleidung gesehen haben. Aber keine Erscheinung konnte einer Person zugeordnet werden, die einmal im Haus gelebt hatte.
  • Im Herbst 1978 will Dana Kiburis eine weiße, unbestimmbare Figur nahe dem alten Familienfriedhof über das Feld schweben gesehen haben.

    Connie Cleese sah beim Staubsaugen eine schwarze Figur in den Eingang zum zweiten Verkaufsraum gehen. Connie war zu diesem Zeitpunkt alleine, bekam Angst und verließ das Gebäude fluchtartig.

  • Sonstiges: Um den Bericht kurz zu halten, werden weitere unerklärliche Ereignisse, wie Bewegungen von Gegenständen, das zweimalige Starten einer Spieluhr oder Schlagen einer nicht aufgezogenen Uhr, das selbsttätige Einschalten von elektrischem Licht, unerklärliche Geräusche, wie kollektiv wahrgenommene Schritte, Pfeifen, Murmeln oder Schreie, fühlbares Klopfen oder das Verspüren einer kalten Brise nicht näher ausgeführt.
  • Mediale Sichtung: Da weder eine lebende Person noch eine verstorbene als möglicher Urheber der Phänomene ausgemacht werden konnte, brachten Osis und McCormick bei 3 Besuchen in dem Spukhaus je ein Medium mit. Sie erhofften sich so, einen Agenten identifizieren zu können.
  • Die Medien hatten vor ihren Kontaktversuchen keine Verbindung zum Personal des Geschäfts. Nur ein Medium, Ingrid Beckmann, fühlte, sah und beschrieb eine Person, die mit ehemaligen Bewohnern des Hauses in Verbindung gebracht werden konnte. Fr. Beckmanns Schilderung passte von den körperlichen und charakterlichen Merkmalen und von den Interessen und Motiven her zu Hester, der 1949 verstorbenen Schwester von Lucille, die beide ihr Leben lang in diesem Haus gelebt hatten. Dies ergab erst eine Konsultation bei einer Lokalhistorikerin. Vorab wusste dies kein Beteiligter.

    Hester war zu Lebzeiten sehr aktiv und sehr stolz auf die gehobene Stellung gewesen, die ihre Familie über Generationen hinweg in dem Ort inne hatte. Sie war traurig über den materiellen Abstieg, den sie gegen Ende ihres Lebens erfahren musste. Das Haus verfiel zusehends. Sie wollte sich noch immer um ihr Haus kümmern und blieb deshalb vermutlich auch nach ihrem Tod in der Umgebung des Anwesens.

    Das Medium beschrieb auch ein Leuchtfeuer, das man durch ein Fenster sehen konnte. Niemand glaubte, dass man von dem Haus aus ein Leuchtfeuer sehen konnte. Aber später erfuhren die Autoren von einem alten Mann, dass sich in einer alten Eiche, die nahe dem Haus stand, zur Jugendzeit von Hester dort ein Leuchtfeuer befand. Es diente dazu, die Austernfischer sicher durch die Marsch zu einem Austernhaus zu leiten, in dem der Fang gelagert wurde.

    Der alte Mann bestätigte auch einen anderen Eindruck des Mediums. Dieses hatte gesagt: „Ich weiß nicht, warum ich immer „Teller“ sagen will?“. Ein Cousin von Hester und Lucille sammelte einst Wagenladungen von Tellern und stapelte sie in einer Hütte hinter dem Haus.

Natürlich erörtern die Autoren dieses Berichts alle denkbaren normalen Erklärungen von Betrug über Täuschung, Fehlwahrnehmung bis zu physikalischen Ursachen. Hier wird nur das Ergebnis wiedergegeben: Die meisten Phänomene blieben unerklärlich und es ließ sich keine Fokusperson ausfindig machen. Somit kann als Erklärung für den Spuk in diesem Fall die Wirkung einer verstorbenen Person nicht ausgeschlossen werden.         zurück zum Seitenanfang

Osis, Karlis; McCormick, Donna (1982) A Poltergeist Case without an Identifiable Living Agent, The Journal of the American Society for Psychical Research, Vol. 76, Jan 1982, S. 23-51

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Verstoßene Frau nimmt Rache nach ihrem Tod?

Nacherzählt von Dieter Hassler

Den folgenden Fall recherchierte Prof. Ian Stevenson (Stevenson 1972) zusammen mit einem indischen Kollegen (Prof. Pal) 1969. Obwohl die Ereignisse 1919, also 50 Jahre vorher stattgefunden hatten, erhielt Stevenson voneinander unabhängige, schriftliche Berichte von 3 glaubwürdigen Zeugen, 2 unmittelbaren und einem mittelbaren. Die Berichte decken sich bis auf unwesentliche Einzelheiten.

Die Ereignisse schienen sich um Sisir Kumar zu drehen, der ca. 1903 geboren und 1938 an Tuberkulose gestorben war. Zur Zeit der Ereignisse war er also ca. 16 Jahre alt.

Stevenson gibt nun keine Fallgeschichte wieder, sondern listet nach den Ereignistypen:

1. Physikalische Phänomene:

Backsteine oder Ziegelbrocken wurden vom Grundstück durch ein Fenster in das Haus oder von außerhalb auf das Grundstück geworfen, ohne dass sich eine Erklärung dafür finden ließ. Ebenso flogen Gegenstände, wie Flaschen oder einmal eine Zinnkanne aus einem Raum in den Hof, manchmal direkt vor die Füße der Bewohner. Mindestens zweimal konnten die Gegenstände noch im Flug beobachtet werden. Polizei wurde zur Aufklärung um das Haus postiert, konnte aber keinen Übeltäter feststellen, obwohl Ziegelbrocken auch in Anwesenheit der Polizei flogen.

Fertig zubereitetes Essen verschwand auf unerklärliche Weise aus der Küche. Mindestens einmal wurde Sisir sein Essen aus der Hand geschlagen, als er es verzehren wollte. Einen weiteren Fall dieser Art schildert er im selben Artikel.

In einer Fußnote weist Stevenson darauf hin, dass über das unerklärliche Verschwinden von Nahrungsmitteln gelegentlich berichtet wird. Er hat einen Fall von kindlicher Erinnerung an ein früheres Leben untersucht, in dem das Kind behauptet, nach seinem Tod im früheren Leben in der Nähe des Hauses und der Familie verweilt und manchmal gerade zubereitetes Essen weggenommen zu haben. Dies stimmte mit den Erlebnissen von unerklärlich verschwundenem Essen überein, die die Familie nach dem Tod der früheren Person machte.

In einer Nacht tauchten in gelbes Tuch eingewickelte Wurzelkräuter in seiner Hand auf. Etwa zur gleichen Zeit vernahm er die Stimme seines 1914 verstorbenen Vaters, der ihm auftrug, die Wurzelkräuter mittels eines Kupferbands an seinem Handgelenk zu befestigen, um ihn vor den bösen Absichten eines weiblichen Geistes zu beschützen.

Die Familie folgte dieser Instruktion nur unvollkommen und band das Bündel mit einem Faden oder Band an seinem Arm fest. Kurz danach war das Band auf unerklärliche Weise zerschnitten und das Bündel aus Wurzelkräutern fiel zu Boden. Zur selben Zeit hörten mehrere Zeugen die Worte: „Ich habe es weggenommen. Was nun?“ Sisir fand die Kräuter dann unter einem Bett wieder. Er erklärte dazu, sein verstorbener Vater habe ihm gesagt, die Kräuter von dem bösen Geist weggenommen und ihn zu dem Bett geführt zu haben.

Daraufhin wurden die Kräuter von einem Schmied mit einem Eisenband am Arm von Sisir befestigt, weil man der Ansicht war, dies sei wirksamer als ein Kupferband. Kurz darauf zersprang der Eisenring vor mehreren Zeugen und fiel zu Boden. Das 5-6mm dicke Eisen war glatt durchtrennt.

Sisir hörte wieder die Stimme seines Vaters, die ihn daran erinnerte, dass er Kupfer statt Eisen nehmen sollte. Dies wurde nun befolgt und danach geschah mit dem Amulett nichts außergewöhnliches mehr.

2. Visuelle oder Erscheinungs-Phänomene:

Zu Beginn der Ereignisse wurden von mehreren Zeugen zwei menschliche Hände gesehen, die sich Sisir näherten. Sisirs Mutter erkannte die Hände ihres verstorbenen Mannes, Sisirs Vater. Sisir selbst hatte mehrere Visionen seines Vaters, bei denen der Vater seinen Sohn zu warnen schien. Einmal geschah dies, als die Erscheinung seines Vaters ihm zeigte, dass die Wurzelkräutern unter dem Bett zu finden waren, nachdem die Stimme des weiblichen Geists „Ich habe es weggenommen. Was nun?“ gesagt hatte.

Zeugen beobachteten auch die Erscheinung einer Frau in unterschiedlicher Klarheit. Das gemeinsame Kennzeichen war ein Sari mit roten Rändern.

Sisir sah sie kurz nachdem das Band mit den Wurzelkräutern zerschnitten worden war als junge Frau im Sari mit roten Rändern, rotem Punkt auf der Stirn und zerzaustem Haar. Ein andermal sah er sie am Hoftor stehen.

Andere Zeugen sahen die weibliche Figur mehrmals aus dem Fenster im 1. Stock schauen. Sisirs Tante sah die Frauengestalt sich bücken, um einen Backstein aufzuheben. Sie konnte andere vor dem drohenden Backsteinwurf warnen. Diese sahen lediglich den fliegenden Backstein, aber keine Gestalt.

3. Akustische oder mediumistische Kommunikation:

Wie bereits erwähnt, hatte Sisir eine (einseitige) Kommunikation mit seinem verstorbenen Vater, als er nachts die Wurzelkräuter in die Hand gedrückt bekam und sagen hörte: „Ein Geist versucht dir Schaden zuzufügen. Aber, hab keine Angst, ich helfe dir.“ Der Vater gab dann noch die Anweisungen, das Amulett aus Wurzelkräutern am Arm zu tragen.

Sisir hörte aber auch die Stimme der weiblichen Figur. Die erste Gelegenheit ergab sich, wie erwähnt, beim Abschneiden des Bands, mit dem das Amulett zuerst am Arm befestigt war. Spätere Kontakte eröffneten ihm den Grund für die außergewöhnlichen Ereignisse:

Der weibliche Geist wollte die Frau von Sisir in einem früheren Leben in Benares gewesen sein. Er habe sie damals verlassen. Sie wartete einige Zeit, in der Erwartung, dass er bald sterben werde, beging dann aber Selbstmord, als sein Tod nicht eintrat. Seit dieser Zeit suchte sie ihn, um ihn wegzuholen. Im März des Jahres davor habe sie ihn dann in Benares gefunden. Tatsächlich war Sisir mit anderen zu dieser Zeit in Benares, was aber allgemein bekannt war. Der Geist der Frau nannte eine Adresse in Benares, an der beide in ihren früheren Leben vor 20 Jahren gelebt haben sollen. Nachforschungen an der genannten Adresse erbrachten aber keine weiteren Erkenntnisse, weil nur Mieter angetroffen wurden, die keine Kenntnis über die Mieter vor 20 Jahren hatten.

In einigen seiner trance-ähnlichen Zustände sah Sisir, wie die weibliche Figur ihm Limonade oder etwas zu Essen anbot. Unmittelbar darauf hatte er immer die Vision von seinem Vater, der das Angebotene wegschnappt, um ihn zu schützen. Daher vermutete er, dass die angebotenen Gaben vergiftet waren.

Diese ganzen Ereignisse währten etwa 2 Monate. Sisir schien in dieser Zeit zunehmend unter den Einfluß des weiblichen Geists zu geraten. Er verlor auch an Gewicht. Offenbar auf den Rat des verstorbenen Vaters wurde Sisir in das Zentrum der Gottheit Bhadra Kali nach Rajnagar gebracht. Dort wurden Rituale der Fürsprache ausgeübt, die zu einem völligen Aufhören aller unerklärlichen Ereignisse und der tranceartigen Zustände von Sisir führten. Er beendete seine Ausbildung und lebte ohne weitere Störungen bis zu seinem Tod 18 Jahre später.                                                                        zurück zum Seitenanfang

Stevenson, Ian (1972) Are Poltergeists Living or Are They Dead?, The Journal of the American Society for Psychical Research, Vol. 66, July 1972, S. 233-252

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