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Donnerstag, 22. Oktober 2015

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Welchen Beitrag können “Durchgaben” von Medien zur Überlebens- und Reinkarnationsforschung leisten?

Meine Antwort in Kürze:

  • Die Aussagen von psychischen Medien (Sensitiven) bezüglich der Reinkarnation widersprechen sich gegenseitig, so dass deren Gewicht in der Argumentation gemindert ist. Die Mehrzahl heutiger Medien bestätigt aber die Reinkarnation als real. Man sei nach dem Tod nicht automatisch einsichtsreicher als vorher, heißt es, und daher gäbe es medial vermittelte Aussagen von weniger entwickelten Seelen, welche die Reinkarnation abstreiten. Mehr dazu auf der Seite “Jenseitsberichte”.
  • Das Überleben des Todes wird aber generell unterstützt, indem die Medien behaupten, eine Kommunikation mit Verstorbenen oder höheren geistigen Wesen zu vermitteln.
  • Dieser Kanal zum Jenseits “krankt daran”, dass nicht leicht zu entscheiden ist, welches Medium tatsächlich paranormale Fähigkeiten aufweist und welches nicht.
  • Dass paranormale Fähigkeiten grundsätzlich vorkommen können, zeigen neuere Untersuchungen (Schwartz 2001). Darin wurden die Aussagen von 4 bekannten amerikanischen Medien untereinander und mit vorher aufgezeichneten Tatsachen verglichen. Während die Medien unter strengen Sicherheitsauflagen gegen Betrug, Irrtum und Zufälligkeiten im Schnitt 83% richtige Aussagen machten, schafften 68 Versuchspersonen durch reines Raten nur 36%. Ob dabei allerdings Jenseitige eine Rolle spielten, bleibt ungeklärt.
    Aber auch lange zurückliegende, sehr gründlich durchgeführte Nachprüfungen, bestätigen, dass paranormale Leistungen bis zu Kommunikationen mit Jenseitigen auftreten können (siehe hier den Fall Eleonor Piper).
  • Eine große Schwierigkeit in der Beurteilung besteht in der Abgrenzung gegenüber der Erklärung durch  außersinnliche Wahrnehmung (ASW). Die Argumente werden unter “Glaubwürdigkeit” angesprochen.
  • Viele Aussagen über Grundlegendes, die durchgegeben (“gechannelt”) wurden, decken sich untereinander und mit Spontanerinnerungen kleiner Kinder an ihre Zeit im Jenseits, mit Aussagen in Rückführungen und nach Nah-Todeserlebnissen. Die Überschneidungen (oder inneren Widersprüche) sind aber noch von keinem Autor komplett herausgearbeitet worden. Einen Schritt in diese Richtung unternimmt mein zweites Buch (Inhalt hier anschauen). Der Stand des Wissens wird auf der Seite “Jenseitsberichte” skizziert.

Schwartz, Gary E.R.; Russek, Linda G.S.; Nelson Lonnie A.; Barentsen, Christopher (2001) Accuracy and Replicability of Anomalous After-Death Communication Across Highly Skilled Mediums, JSPR, Vol. 65.1, No. 862, 1-25, Jan. 2001

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Mediale Kommunikation (Durchgaben aus dem Jenseits)

Besonders sensitive Menschen, “mentale Medien” (engl. “reader”) genannt, behaupten, in Séancen (französisch: Sitzungen) mit den Geistern verstorbener Personen oder höher entwickelten Geistwesen (dann spricht man von engl.: “channeling”) in Kontakt treten zu können. Sie bauen z. T. eine zweiseitige Kommunikation zwischen einem Besucher (engl.: “sitter”) und dem Geist eines Verstorbenen bzw. einem Geistwesen auf. Dazu gehen einige in einen anderen Bewusstseinszustand, der Trance genannt wird. In der sog. Volltrance nehmen sie ihre Umwelt nicht mehr wahr und nach der Trance können sie sich nicht an die Inhalte der Jenseits-Kommunikation erinnern. In der Halbtrance ist das Medium gleichzeitig mit dem Jenseits als auch dem Diesseits verbunden und erinnert sich nach der Trance an die Kommunikation. Meist schaltet sich ein über viele Sitzungen gleicher „Führungsgeist“ (engl.: “control”) als Mittler ein, der entscheidet, welcher Jenseitige kommunizieren darf und der (angeblich) bei Volltrance die physischen Organe des Mediums für die Dauer der Trance, also vorübergehend kontrolliert.

In der 2. Hälfte des 19-ten Jahrhunderts bis in die 20-er Jahre des 20. Jahrhunderts traten besonders viele solcher, scheinbar begabter Medien hervor (D.D. Home war eines der ersten speziell für psychokinetische Ereignisse). Dies führte 1882 zur Gründung der weltweit ersten parapsychologischen Gesellschaft in England (SPR) und 1884 zur Gründung einer entsprechenden amerikanischen Gesellschaft (ASPR). Die Gründungsmitglieder waren jeweils angesehene Professoren der Physik, Psychologie, Rechtswissenschaften und sonstige Akademiker, die sich zum Ziel gesetzt hatten, den Behauptungen der Medien und den vielen sonstigen Spuk- und Poltergeistgeschichten mit wissenschaftlicher Methodik auf den Grund zu gehen. Ihre Aktivität förderte das Auftreten dieses Phänomens bis dann die experimentelle Parapsychologie ab ca. 1940 sich von der Beschäftigung mit Spontanphänomenen abwandte und die Untersuchungen ins Labor holte, um sie auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen.

Beide genannten Gesellschaften gibt es noch heute. England ist eine “Hochburg” heutiger psychischer Medien. Es gibt eine “Unzahl” von Publikationen von und über Medien und Mediumismus, jedoch die Zahl gründlich überprüfter Medien mit überzeugenden paranormalen Fähigkeiten ist nicht sehr groß. Es macht daher keinen Sinn, eine verallgemeinernde „Theorie der Medien“ zu erörtern. Stattdessen sollen auf der Seite “Beispiele” einige exemplarische Fälle gebracht werden.

Eine andere Form des Mediumismus findet man im sogenannten “automatischen Schreiben”. Das Medium befindet sich dabei meist ebenfalls in einem anderen Bewusstseinszustand und schreibt Texte, ohne sich den Inhalt oder die Formulierung bewusst zu überlegen. Das Medium hat das Gefühl, die Hand geführt zu bekommen. Manchmal schreibt es mit der ungeübten (meist linken) Hand oder mit beiden Händen gleichzeitig und in einigen Fällen so schnell, dass keine Zeit zur Überlegung bleibt. Inhalt und Stil kann von hohem Niveau sein. Auf der Seite für “Beispiele” finden sich zwei solcher Fälle: Fall 8 und Fall 4.

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