Karma

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Donnerstag, 22. Oktober 2015

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Lässt sich das Wirken von Karma empirisch nachweisen? Oder ist das Gesetz vom Karma ein religiöses Konstrukt?

Was bedeutet “Karma”?

Der Begriff „Karma“ kommt aus dem Sanskrit (altindische Sprache) und bedeutet „Tat“, „Tun“, „Handeln“, „Werk“, „Wirken“. Gemeint ist also alles, was aus dem Tun,  Sagen  und  Denken  resultiert.  Handele  ich  gut,  genauer  gesagt:  liebevoll,  so wird mir Gutes widerfahren und umgekehrt. Die Konsequenzen zeigen sich nach dieser Vorstellung im aktuellen Leben als Folge der Taten aus früheren Inkarnationen. Im heutigen Leben bestimmt unser Denken und Handeln die Folgen in  zukünftigen  irdischen  Existenzen  der  betroffenen  Seele,  und  das  zwingend,  ja gleichsam naturgesetzlich. Mit anderen Worten: Wir können aufgrund unseres freien Willens zwar beispielsweise gegen das ethische Gebot der Nächstenliebe verstoßen,  nicht  aber  den  Folgen  entgehen,  die  ein  solcher  Verstoß  für  uns  selbst  bzw. unsere  Seele  hat.  Daher  spricht  man  vom  Karmagesetz,  dem  Gesetz  von  Ursache und Wirkung.

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Wie kann Karma empirisch nachgewiesen werden?

Es gibt 2 Möglichkeiten:

1. Probanden werden in ihre Zwischenleben geführt, in denen sie einen Überblick über ihre bisherigen Leben erhalten und ihren Werdegang
    beurteilen können. Dabei können sie Einblick in karmische Gesetze erhalten, so es diese gibt, und darüber berichten. Diese Methode bleibt
    subjektiv, d. h. nicht nachprüfbar. (zum Zwischenleben siehe auch hier)

2. Probanden werden in möglichst viele ihrer früheren Leben geführt, so dass man aus deren Abfolge einen “roten Faden” des Karma suchen
    kann. Indem die Leben geschichtlich nachgeprüft werden, kann dies (theoretisch) zu einer Objektivierung führen.

Welche Ergebnisse gibt es?

Viele Autoren schreiben über Karma, aber nur wenige haben gemäß den oben genannten Möglichkeiten nachgeforscht. Diejenigen, die (bescheidene) Ansätze gemacht haben, halten leider beide Methoden nicht auseinander. Am  intensivsten  hat  sich  der  deutsche  Reinkarnationstherapeut  Trutz  Hardo mit dieser Thematik  beschäftigt. Er hält Krankheiten und Unfälle nicht für  zufälliges  Schicksal,  sondern für  karmisch  bedingt  und  schätzt,  dass für 90% aller Krankheitsfälle  die Verursachung  in früheren  Leben liegt.  Der  Urgrund  aller Krankheiten  liegt  seiner  Meinung  nach in  lieblosem  Handeln  während  eines  oder mehrerer Täterleben, wofür wir selbst verantwortlich sind. In  einem  Buch  beschreibt  er anhand  von  31  Fallbeispielen 23 unterschiedliche Arten von  Karma, denen er bei seinen Rückführungen begegnet ist (Hardo 2002).

Die wichtigsten Arten sind das “Ausgleichskarma” (Bumerangkarma) und das “Nachwirkungskarma”. Bei Ersterem werden schreckliche Taten eines “Täterlebens” in nachfolgenden “Opferleben” ausgeglichen, indem die Leiden am eigenen Leib verspürt werden, die man einst anderen zugefügt hat. Es geht dabei nicht um Vergeltung, sondern um Lernen und Erinnerung. Beim Nachwirkungskarma zeigt in vorangegangenen Opferleben Erlittenes Nachwirkungen im heutigen Leben, die als psychosomatisch bezeichnet werden.

Es gibt beeindruckende Beispiele, jedoch:

  • Drei Rückführer behaupten, den Karmagedanken bei ihren Rückführungen nicht vorgefunden zu haben.
  • Die Zahl der überzeugenden Beispiele, die veröffentlicht wurden, ist noch gering.
  • Verifizierte Fälle, die Karma aufzeigen, gibt es nicht.
  • Die Fälle wurden bisher höchst unzureichend durch andere repliziert.
  • Es wäre möglich, dass nur Fälle veröffentlicht wurden, die eine Karmavorstellung unterstützen, andere aber, die nicht dafür sprechen,
     in der Schublade verschwunden sind (file drawer effect).
  • Auch die Anzahl früherer Leben, in die ein und derselbe Klient geführt wurde, ist in der Regel gering, sodass ein karmischer „roter Faden“
    nicht unbedingt zu erkennen ist.

Fazit

  • Es gibt Hinweise darauf, dass es eine Gesetzmäßigkeit geben könnte, die unser aller Lebensschicksal bestimmt.
  • Wir wissen es aber nicht sicher, könnten aber mehr wissen, wenn wir endlich unsere Vorurteile ablegen und beginnen würden, darüber
    zu forschen.

Beispiele, Erkenntnisse anderer Autoren und mehr sind in meinem Band 2b zusammengestellt (hier klicken, um Band 2b anzuschauen).

Literatur:
Hardo, Trutz  (2002)  Das  große  Karmahandbuch  / Wiedergeburt  und  Heilung,  Silberschnur, Güllesheim, ISBN: 3-89845-014-7

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