Gruppenrückführung

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Donnerstag, 22. Oktober 2015

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Belege für die Realität der Erinnerungen unter Hypnose durch statistische Nachprüfung vieler Fälle aus Gruppenrückführungen

Man kann die Beurteilung von Rückführungen auch ganz anders angehen als durch die Nachprüfung von Einzelfällen. Frau Prof. Dr. Helen Wambach hat gezeigt, wie das möglich ist. Sie war zu Lebzeiten Professorin für Psychologie und Parapsychologie an der Brookdale University in Lincroft und später an der Berkeley University, Kalifornien. Als sie selbst noch Studentin der Psychologie war, kam das Buch von Morey Bernstein über den Fall Bridey Murphy heraus (Kurzbeschreibung bei “Literatur”).  Sie hat es - wie ihre damaligen Lehrer - empört abgelehnt. Allerdings hatte sie irgendwann danach ein eindrucksvolles Déjà vu-Erlebnis, das sie dazu brachte, sich mit der Frage nach der Reinkarnation auseinanderzusetzen.

Methodik der Nachprüfung und Art der Datenerhebung

Um einen Nachweis führen zu können, gab Prof. Wambach der Arbeit an Einzelfällen eine nur geringe Erfolgschance und wollte daher auf große Fallzahlen und deren statistische Auswertung setzen. Sie arbeitete dementsprechend mit Gruppenhypnosen und standardisierten Fragebögen, die im Anschluss an die Hypnose auszufüllen waren. Ihr Ansatz lautete: Wenn die Aussagen in der Hypnose eher Phantasien darstellen, sollten sich darin auch das heutige Wissen und die heutigen Wertvorstellungen widerspiegeln, so dass zahlreiche Widersprüche zur geschichtlichen Wahrheit auftreten müssten, insbesondere für geschichtliche Zeiten, über die ihre studentischen Probanden keine so genauen Kenntnisse hatten.

Mit ihren Rückführungen deckte Frau Wambach die Zeit von 2000 vor Christus bis ins 20. Jahrhundert ab. Sie ließ ihre Probanden (überwiegend Studenten), wenn ihnen unter Hypnose Bilder vor Augen kamen, an sich selbst herunter schauen, damit sie sich ihrer Situation bewusst werden. Dann fragte sie die Probanden nach ihrem Geschlecht, ihrem Alter, ihrer Kleidung, ihren Schuhen, nach ihrer Rasse, Haut- und Haarfarbe. Sie fragte auch nach dem Land, in dem sie leben, ihrem Beruf, dem Geld, dem Essen und den Essgewohnheiten und vielem mehr. Da immerhin 90% der Teilnehmer hypnotisierbar waren, erhielt sie genügend ausgefüllte Fragebögen. Die ersten 800 Bögen bildeten die Haupt-Datenbasis; weitere 300 dienten als Kontrollgruppe.  Dann begann ihre Auswertung auf historische Richtigkeit hin, wobei die Professorin viele geschichtliche Tatsachen, die ihr nicht bekannt waren, bewusst erst nach der Erhebung der Daten ermittelte, um telepathische Informationsübertragung zu vermeiden. Hellsicht bleibt eine Erklärungsmöglichkeit, die aber nicht sehr überzeugend ist, weil die Versuchspersonen keine besonderen Fähigkeiten in dieser Richtung aufwiesen.

Ergebnisse aus den Gruppenhypnosen

Westliche Wertvorstellungen könnten z. B. ein ehemaliges Leben als männliche, reiche, und berühmte Personen bevorzugen. In ihrem Buch legte die Autorin dazu Kurven zur Geschlechterverteilung und sozialen Schichtung über die Zeitspanne von 4000 Jahren vor, die den Verdacht auf Phantasieergebnisse nicht bestätigen.

Bezüglich des Geschlechts fand Frau Prof. Wambach das geschichtlich richtige Verhältnis von annähernd 50%:50% (+/-1%) mit korrekten Schwankungen in Kriegsjahrhunderten. Das Ergebnis ist für beide Datensätze (800 u. 300 Fragebögen) gleich, obwohl sie sich in der Zusammensetzung zwischen männlich/weiblich stark unterscheiden.

Soweit die Daten eine Zuordnung zu sozialen Schichten zuließen, fand sie der geschichtlichen Realität entsprechende Angaben:  Ober-, Mittel- und Unterschicht im historisch richtigen Verhältnis (5%:28%:67%).

Berühmte Persönlichkeiten traten nicht in Erscheinung. Die Berichte spiegeln zumeist unspektakuläre, fast langweilige Leben wieder.

Im Buch finden sich weitere Kurven zur Rassenzugehörigkeit, Körper- und Fußbekleidung, Ernährung, Essgeschirr und Geburtenhäufigkeit. Das Erstaunliche daran ist, sagt sie, dass ihre Probanden außergewöhnlich gute Geschichtskenntnisse bewiesen und auch nicht durch tendenziöse Fragestellung missleitet wurden.

Laut Fragebogen wussten die Probanden mehrheitlich, ab wann z. B. Hosen getragen, drei- und vier-zinkige Gabeln benutzt wurden oder wie die Münzen um Christi Geburt im östlichen Mittelmeerraum aussahen.

Es kam immer wieder vor, dass sie ihren hypnotischen Erkenntnissen nicht trauten, weil sie im Widerspruch zu ihrem bewussten Geschichtswissen standen. Aber ihre bildhaften Erinnerungen erwiesen sich als zuverlässiger, denn nur in 11 Aussagen von vielen auf den 1088 Fragebögen ergaben sich nachweisbar Unstimmigkeiten.

Interessant ist auch, dass die Erinnerungen an den Tod und die Zeit kurz danach, den Nah-Todes-Berichten stark ähnelten, wie sie in dem Buch von Raymond Moody „Leben nach dem Tod“ dargestellt sind, welches damals aktuell war. Doch Frau Wambach sagt, es sei sehr unwahrscheinlich, dass alle, die berichtet haben, das Buch oder dessen Inhalt kannten.

Beurteilung der Arbeit von Prof. Wambach

Die Beweiskraft dieser Arbeit ist eingeschränkt und nur vor dem Hintergrund der Ergebnisse von Stevensons Werk von Interesse.

Die Schwächen sind:

  • Die Genauigkeit und Gründlichkeit der Arbeit reicht nicht an den wissenschaftlichen Standard heran, den Stevensons Arbeiten erreichen. Zum Beispiel zeigt der Vergleich mit den geschichtlichen Realitäten wenig Präzision und Selbstkritik oder die Zusammensetzung des Untersuchungskollektivs wird nicht diskutiert.  Es gibt keine Auseinandersetzung in Fachzeitschriften und im Buch wird keine Literatur angeführt. Dies ist vermutlich auch der Grund dafür, dass Frau Wambachs Arbeit von Stevenson nie zitiert wird.
  • Es gibt bisher keine Replikationen (Wiederholungen durch unabhängige, andere Forscher).

Quellen (mit Links zu Literaturseiten):
Wambach, Helen (1978) Seelenwanderung, Wiedergeburt durch Hypnose, Goldmann, München, ISBN: 3-442-11746-1
Wambach Helen (1984) Leben vor dem Leben, Heyne, München, ISBN: 3-453-01214-3

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