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Donnerstag, 22. Oktober 2015

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Man kann grundsätzlich alle realistischen Träume ausschließlich als Ausdruck psychischer Bedürfnisse des Träumers auffassen und ihnen keine sonstige Realität zubilligen, weil es frühere Leben und aus dem Jenseits agierende Verstorbene nach mehrheitlicher Auffassung nicht gibt. Etwas nachdenklichere Zeitgenossen wissen um die Ergebnisse der Traumforschung, die u. a. gezeigt hat, dass ASW und Präkognition im Traum vorkommen (Krippner 2002, Beloff 1980, Eysenck 1994). Spontane ASW-Erlebnisse kommen sogar in rund der Hälfte der Fälle im Traum vor. Diese Einsichtigen konzedieren (räumen ein), dass es für die transzendenten Träume und “Phantasieträume über frühere Leben” eine Erklärung durch Super-ASW geben könnte - mehr aber nicht.

Beweise, wie in der Mathematik, lassen sich nicht führen. Aber wir wollen hier Beispiele dafür aufführen, dass die ausschließliche Erklärung mit den Bedürfnissen der Lebenden (meist des Träumers) vielleicht voreilig ist und auch die Super-ASW-Hypothese Schwierigkeiten bekommt.

Dies ist der Fall, wenn

  • geträumte Erinnerungen an ein früheres Leben so detailreich sind, dass sie als real gelten müssen, weil sich das entsprechende frühere Leben auf Basis der Details als real hat nachweisen lassen. Dafür finden sich ein 1. Beispiel (Nachtwandler) aus Stevensons Sammlung und Hinweise auf weitere Beispiele dieser Klasse von Träumen auf der Seite für Beispiele.
    Man kann sich viele Abstufungen dieser Klasse von Träumen vorstellen. Auch eine solche, bei der sowohl das frühere Leben nicht nachgewiesen werden konnte, als auch kein Verstorbener im Traum auftrat, aber sehr präzise, verborgene Information mitgeteilt wurde, die staunend macht.

    Ein Beispiel findet sich bei Hardo, Trutz (1998) Wiedergeburt / Die Beweise, Peter Erd, München, S. 55.
  • wenn es für den Träumer keinerlei Veranlassung und damit auch keine Motivation gibt, eine ihm unbekannte Information (außersinnlich) zu gewinnen, er diese Information aber im Traum von einer verstorbenen Person erhält, die sehr gute Motive haben kann, die Information zu übertragen und wenn sich diese Information zusätzlich als richtig und unerwartet herausstellt. Die animistische Erklärung (mittels ASW) muss erklären, warum der Träumer seine Botschaft auf dem Umweg über die Mitteilung eines Verstorbenen kommen lässt.
    Dazu finden sich 3 Beispiele auf der Seite für Beispiele: Bsp. 2: Grabstein falsch gesetzt,    Bsp. 3: Opas Warnung,    Bsp. 4. Gebeine im Schrein
  • wenn es für den Träumer zwar ein Motiv gibt, die Information zu erhalten, die Information aber versteckt oder ungewöhnlich ist, so dass man sich nur wundern kann, dass sie richtig “erraten” wurde. Zugleich wird die Information im Traum von einer verstorbenen Person übermittelt, die ein Motiv zur Übermittlung hat. Auch hier muss erklärt werden, warum der Träumer seine Botschaft auf dem Umweg über die Mitteilung eines Verstorbenen kommen lässt. Hierzu gibt es Literatur: Mattiesen (1987), Guggenheim (1997).
    Viele Abstufungen treten auf, z. B. wenn die geträumte verstorbene Person ein überzeugenderes Motiv als der Träumer mitbringt, einen bestimmten Trauminhalt zu erzeugen.
  • verschiedene Personen  den gleichen Traum einer Begegnung mit Jenseitigen oder über ein gemeinsames früheres Leben haben. Ein Beispiel gibt es als Nummer 5 auf der Seite für Beispiele und einen Literaturhinweis.
    Eine Abstufung dazu wäre es, wenn zwei Personen miteinander übereinstimmende Trauminhalte träumen.
  • der Träumer von einer Person träumt oder mit dieser kommuniziert, die während des Traums stirbt oder kurz vor dem Traum gestorben ist. Hierzu das Beispiel Nummer 6 und Beispiel Nummer 7 auf der Seite für Beispiele.

Quellen:
Mattiesen, Dr. Emil (1987) Das persönliche Überleben des Todes, Bd. 1, de Gruyter, Berlin, S. 429, ISBN: 3-11-011334-1
Guggenheim, Bill u. Judi (1997) Trost aus dem Jenseits, Scherz, Bern, München, Wien, S. 229, 231, ISBN: 3-502-14260-2 und http://www.after-death.com
Krippner, Stanley; Bogzaran, Fariba; Carvalho, André Percia (2002) Extraordinary Dreams and how to Work with Them, SUNY-Press, New York, S. 129, ISBN: 0-7914-5258-1
Beloff, John (1980) Neue Wege der Parapsychologie, Walter, Freiburg, ISBN: 3-530-60710-x
Eysenck, H. J.; Sargent, C. (1994) Die Geheimnisse des Übernatürlichen / Erklärungen für das Unerklärliche, Kaiser, Klagenfurt, ISBN: 3-7043-6032-5