EES

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Donnerstag, 22. Oktober 2015

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EES = Empathische Erlebnisse mit Sterbenden (oder von Sterbebegleitern)

Dieses Erfahrungsfeld ist neu und daher noch relativ unbekannt. Es basiert auf dem 2011 ver├Âffentlichten Buch “Zusammen im Licht” von Raymond Moody, dem Pionier der NTE-Forschung. (Hier kann man Raymond Moody und Paul Perry im Gespr├Ąch sehen.)

Es geht um Sterbebegleiter, die im Sterbeprozess eines Menschen zugegen sind, und mitf├╝hlen k├Ânnen, was der Sterbende empfindet oder erlebt (Empathie zeigen).

Das Erstaunliche besteht nun darin, dass die Erfahrungen des Sterbebegleiters sehr den Nah-Todeserfahrungen Reanimierter ├Ąhneln.

Welchen Beitrag k├Ânnen EES zur ├ťberlebens- und Reinkarnationsforschung leisten?

  • Die EES best├Ątigen die NTE Reanimierter, weil hier das Argument entf├Ąllt, es handele sich um ein todkrankes Hirn, welches die seltsamen Eindr├╝cke hervorbringt.
  • Die Beispielf├Ąlle sind nur wenig detailliert beschrieben.
  • Die Diskussion alternativer Erkl├Ąrungen (z. B. Super-au├čersinnliche Wahrnehmung) fehlt noch.
  • Die Zahl der Beispielf├Ąlle ist noch zu gering, um statistische Aussagen zu machen.
  • Es gibt keine Aussagen zur Reinkarnation.

Die idealtypischen Merkmale der EES

Hier folgt eine Zusammenstellung aller Merkmale der EES, welche in den Beispielf├Ąllen vorgekommen sind. Kein realer Fall enth├Ąlt sie alle in dieser Vollst├Ąndigkeit.

  • Eine Energiewelle wie von einem elektrostatischen Schlag geht durch den Sterbebegleiter.
  • Er wei├č instinktiv, dass nun der Tod seines Betreuten eingetreten ist.
  • Er sieht einen wei├čen Dunstschleier vom K├Ârper des gerade Gestorbenen aufsteigen.
  • Der Raum f├╝llt sich mit wei├čem Licht und Musik ist zu h├Âren.
  • Dem Sterbebegleiter wird schwindelig und ihm wird klar, dass er seinen K├Ârper verlassen hat.
  • Von oben sieht er seinen K├Ârper neben dem des Toten sitzen und bemerkt gleichzeitig, dass der Tote neben ihm schwebt und l├Ąchelt.
  • Der Sterbebegleiter sieht nun Szenen aus dem Leben des Toten; solche, die ihm aus eigenem Miterleben bereits bekannt, aber auch solche, die ihm neu sind.
  • Die beiden Seelenk├Ârper bewegen sich in Richtung auf eine Zimmerecke.
  • Der Raum verformt sich und die beiden Gestalten bewegen sich in eine R├Âhre hinein.
  • Sie kommen in eine herrliche Landschaft, in der die Pflanzen von innen leuchten.
  • Erscheinungen Verstorbener k├Ânnen sich zeigen oder sogar sprechen.
  • Sie gelangen an einen Fluss, den der Sterbebegleiter als eine Grenze empfindet, die er nicht ├╝berschreiten kann.
  • Der Sterbebegleiter freut sich dar├╝ber, dass der Gestorbene keine Schmerzen mehr hat und verabschiedet sich von ihm.
  • Augenblicklich findet sich der Sterbebegleiter wieder in seinem K├Ârper neben dem Toten sitzen. Die Musik ist verstummt. Er ist verwirrt, aber empfindet kaum Trauer, weil er wei├č, dass der Tote irgendwie weiterlebt.
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Drei Beispiele:

  1. Zwei T├Âchter sehen den Lebensfilm ihrer sterbenden Mutter
  2. Tochter erlebt das Sterben ihrer Mutter mit
  3. Ein 8-j├Ąhriger Junge beobachtet den Heimgang seiner Gro├čmutter

1. Zwei T├Âchter sehen den Lebensfilm ihrer sterbenden Mutter
(Nach Moody in eigenen Worten von Dieter Hassler)

Zwei T├Âchter sa├čen am Bett ihrer Mutter, die wegen ihres Lungenkrebses im Sterben lag. Als sie zunehmend Schwierigkeiten hatte zu atmen, schien den beiden das Zimmer heller zu werden und der Raum sich immer schneller zu drehen. Als er sich zu drehen aufh├Ârte, hatten sie den Eindruck, neben ihrer Mutter zu stehen, die um Jahrzehnte j├╝nger geworden war.

Nun erlebten sie den filmartigen Lebensr├╝ckblick ihrer Mutter selbst mit. Sie sahen Szenen, die sie aus eigenem Erleben bereits kannten, aber auch solche, die ihnen neu waren. So sahen sie einen jungen Mann, der offensichtlich der erste Freund ihrer Mutter war, und sp├╝rten den Kummer der Mutter, als diese erste Beziehung zerbrach. Sie erfuhren von armen Kindern, denen die Mutter in der Schule geholfen hatte, ohne davon viel Aufhebens zu machen. Sp├Ąter im Leben entwickelte die Mutter Gef├╝hle f├╝r einen Witwer, der in der gleichen Stra├če wohnte, und sehnte sich danach, mit ihm ins Gespr├Ąch zu kommen.

All das wirkte nicht traumhaft wirklichkeitsfremd, sondern so real, dass die T├Âchter zun├Ąchst meinten, selbst gestorben zu sein und ihren eigenen Lebensfilm zu betrachten. Nat├╝rlich wurde ihnen ihre wahre Situation bald wieder bewusst, aber es dauerte noch einige Zeit, bis sie den Gedanken akzeptieren konnten, in den Lebensfilm ihrer sterbenden Mutter Einblick genommen zu haben. (Moody 2011).

Wie genau die ├ťbereinstimmung der Eindr├╝cke der T├Âchter war, wird nicht gesagt.

Moody, Raymond; Perry, Paul (2011) Zusammen im Licht: Was Angeh├Ârige mit Sterbenden erleben, Goldmann, M├╝nchen, ISBN: 978-3-442-21951-3, S. 24 - 25                                                                                                                                                                                                  zum Seitenanfang

2. Tochter erlebt das Sterben ihrer Mutter mit
(Nach Moody in eigenen Worten von Dieter Hassler)

Eine 70-j├Ąhrige Frau sa├č am Sterbebett ihrer Mutter, als das Licht um sie herum immer heller wurde. Sie sp├╝rte einen (nicht unangenehmen) Ruck durch ihren K├Ârper gehen, und sofort sah sie das Sterbezimmer aus einer anderen Perspektive. Den K├Ârper ihrer Mutter sah sie von der anderen Seite.

├ťberall um sie herum blitzten nun Szenen aus dem Leben der Mutter auf. An einige erinnerte sie sich, an andere nicht. An ihrem Gesichtsausdruck konnte sie ablesen, dass ihre Mutter die Szenen ebenfalls sah.

Die Tochter sah ihren Vater, der vor 7 Jahren gestorben war, am Kopfende des Bettes stehen. Er gab seiner Frau, die au├čerhalb ihres sterblichen K├Ârpers war, Anweisungen, wie er es zu Lebzeiten als Fu├čballtrainer zu tun pflegte. Er sah wie ein junger Mann aus, obwohl er mit 79 Jahren gestorben war. Sie sah ihn an und er strahlte zur├╝ck.

Dieses empathische Erlebnis fand seinen Abschluss, indem sich ein durchsichtiger Teil der Mutter aus dem K├Ârper l├Âste, durch ihn hindurch ging und zusammen mit der Erscheinung des Vaters ins Licht glitt und verschwand.

Das Zimmer oder sie selbst ruckelte noch einmal, dann war alles wieder normal. Die Mutter war gestorben.

Moody, Raymond; Perry, Paul (2011) Zusammen im Licht: Was Angeh├Ârige mit Sterbenden erleben, Goldmann, M├╝nchen, ISBN: 978-3-442-21951-3, S. 49 - 52                                                                                                                                                                                                 zum Seitenanfang

3. Ein 8-j├Ąhriger Junge beobachtet den Heimgang seiner Gro├čmutter
(Nach Moody in eigenen Worten von Dieter Hassler)

Ein emeritierter Philosophieprofessor erz├Ąhlte Moody von seinem empathischen Erlebnis als 8-j├Ąhriger Junge. Als er damals auf dem K├╝chenboden spielte, stand seine Gro├čmutter am Herd und bereitete das Abendessen vor. Pl├Âtzlich kippte sie stocksteif um und lag tot auf dem Boden.

Der Junge sah nicht nur den toten K├Ârper, sondern gleichzeitig auch seine Oma in verj├╝ngter Gestalt genau da stehen, wo sie vor dem Umfallen gestanden hatte. Eine zweite Erscheinung eines Mannes gesellte sich daneben, die etwa gleich alt wie die verj├╝ngte Oma war. Die beiden sahen den Jungen an und winkten ihm zu. Dabei versp├╝rte er eine gro├če Liebe.

Die beiden Geister wirkten sehr lebensecht. Sie wandten sich um und verschwanden, indem sie gemeinsam durch die K├╝chenwand gingen.

Moody, Raymond; Perry, Paul (2011) Zusammen im Licht: Was Angeh├Ârige mit Sterbenden erleben, Goldmann, M├╝nchen, ISBN: 978-3-442-21951-3, S. 206 - 207

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