Déjà-vu

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Donnerstag, 22. Oktober 2015

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Welchen Beitrag können Déjà-vus zur Überlebens- und Reinkarnationsforschung leisten?

Meine Antwort in Kürze:

  • Die zahlreichen anekdotischen Berichte bestätigen, dass es sich um weit verbreitete Erfahrungen handelt.
  • Es gibt keine Forschung darüber, ob Déjà-vus Erinnerungen an frühere Leben widerspiegeln.
  • Einige der Berichte legen aber diesen Gedanken sehr nahe (siehe “Beispiele”).
  • Kein Bericht ist bisher so gründlich nachgeprüft worden, wie Prof. Stevenson dies bei den Kindern getan hat, die sich an ihr früheres Leben erinnern. Meist ist dies auch nicht möglich, weil die Angaben nicht ausreichend spezifisch sind.
  • Hier herrscht noch großer Forschungsbedarf.
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Déjà-vu

Déjà-vu ist französisch und bedeutet „schon gesehen“. Es bezieht sich als Fachausdruck auf das häufig vorkommende Gefühl, einen erstmals besuchten Ort, manchmal auch Personen oder ein Ereignis schon früher gesehen bzw. erlebt zu haben. Die betreffende Person kann beispielsweise bisher noch nicht gesehene Bereiche des Ortes im Voraus beschreiben und diese Angaben erweisen sich oft als erstaunlich korrekt.

Solche Erinnerungen können ausgelöst werden durch:

  • die plötzliche und unerwartete Gegenüberstellung mit einem Ort, Gegenstand oder einer Person („klassisches Déjà-vu“);
  • besonders eindringlicher Geschehnisse;
  • Altersregression;
  • seelische Erschütterung;
  • einen Erschöpfungszustand (Ohnmacht);
  • einen Traum;
  • einen Wachtraum oder eine spontane Trance;
  • allmähliches Bewusstwerden;
  • ein Nah-Todeserlebniss oder eine außerkörperliche Erfahrung (Exkursion).

Angaben über die Häufigkeit, mit der Déjà-vus in der Normalbevölkerung auftreten, schwanken sehr, von 25% bis 98%. Häufig werden Werte von 60 - 70% angegeben. Für Deutschland wurde in einer repräsentativen Studie aus dem Jahr 2000 ein Wert von 51% ermittelt (Schmied-Knittel 2008)

Bei Kindern von Reinkarnationsfällen tritt das Phänomen ein, wenn sie erstmals den Ort besuchen, in dem sie früher gelebt zu haben behaupten. Die Gegend oder das ganze Dorf oder weite Teile davon scheinen diesen Kindern vertraut zu sein, wobei sie auch Änderungen benennen, die seit dem Tod der früheren Person eingetreten sind. Diese Kinder hatten bereits vor ihrem Déjà-vu Erinnerungen an ein früheres Leben.

Es gibt viele Tatsachenberichte über Déjà-vu-Erlebnisse von Erwachsenen oder Kindern, die den Gedanken nahe legen, hier könnten Erinnerungsreste aus früheren Leben durchschimmern. Meist gehen dem aber keine Erinnerungen an frühere Leben voraus. Fast alle diese Berichte sind anekdotischer Natur, d. h. das vermutete frühere Leben wurde nicht gesucht oder konnte mangels genauer Angaben nicht gesucht und gefunden werden. Eine genaue und unabhängige Nachprüfung aller Umstände, die auf eine natürliche Erklärung oder eine solche mittels SUPER-ASW hinweisen könnten, wurde nicht durchgeführt. Hier ist ein großes Betätigungsfeld für kommende Generationen von Parapsychologen.

Déjà-vuse betreffen streng genommen nur den Sehsinn. Es können aber alle Sinne gleichzeitig oder einzeln betroffen sein. Daher spricht der Autor Benjamin Walker von Déjà-ismus.

Den Déjà-vuse ähnlich sind Erlebnisse, bei denen sich typischerweise die wahrgenommene Umgebung, in der man sich befindet, unerwartet zu ändern scheint und oft aussieht wie zu einer früheren Zeit. Man spricht dann von “Flash-backs”, also scheinbarem Wiedererleben von Situationen in früheren Leben. Diese veränderte Wahrnehmung tritt bei der Erfahrung, die man als Déjà-vu bezeichnet, nicht auf.

Quellen (und Link zu Literaturseiten):
Jansen, Johannes (1991) Das Déjà-vu-Erlebnis, Peter Lang, Frankfurt/M, ISBN: 3-631-43890-7
Ian Stevenson (2005) Reinkarnation in Europa/ Erfahrungsberichte, Aquamarin, Grafing, S. 359, 253, 317, ISBN: 3-89427-300-3
Schmied-Knittel, Ina (2008) Außergewöhnliche Erfahrungen: Repräentative Studien und aktuelle Befunde, Zeitschrift für Anomalistik, Sandhausen, Band 8 Nr. 1+2+3, S. 98-117